Die EU-Minister haben sich entschieden, den Grenzwert für zulässigen Kontakt mit Asbest am Arbeitsplatz drastisch zu senken, um Arbeiter besser zu schützen.
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Wegen einem Skandal um Asbest muss der Schweizer Unternehmer Stephan Schmidheiny vor Gericht. (Symbolbild) - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die EU passt ihre Richtlinien bezüglich Asbest am Arbeitsplatz an.
  • Um Arbeiter besser zu schützen, wird der momentane Grenzwert um neun Zehntel gesenkt.
  • 2019 sind in der EU 70'000 Menschen wegen Asbestkontakt am Arbeitsplatz verstorben.

Arbeiter in der EU sollen künftig besser vor Asbest geschützt werden. Darauf haben sich die EU-Staaten am Donnerstag in Brüssel geeinigt, wie die tschechische Ratspräsidentschaft mitteilte. Konkret soll der Grenzwert für den zulässigen Kontakt mit Asbest am Arbeitsplatz auf ein Zehntel des bisherigen Werts gesenkt werden. Damit folgen die Ministerinnen und Minister einem Vorschlag, den die EU-Kommission im September vorgestellt hatte.

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Ein Arbeiter in Schutzanzug befreit Rohre und Leitungen von Asbestverkleidungen. - Keystone

Allein 2019 sind Kommissionsangaben zufolge rund 70 000 Menschen in der EU wegen Asbestkontakt am Arbeitsplatz gestorben. Das Vorhaben muss noch final von Europaparlament und EU-Staaten verhandelt werden, bevor die Regeln in Kraft treten können.

In Deutschland wurden die Herstellung und die Verwendung von Asbest bereits 1993 verboten. Viele langlebige Asbestprodukte wie Bodenbeläge oder Dachplatten sind nach Angaben des Umweltbundesamtes aber noch immer in Häusern zu finden. Auch Fliesenkleber, Spachtelmassen und Putz können demnach Asbest enthalten.

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