EU

    EU und Berlin kritisieren Chinas Pläne für Sicherheitsgesetz

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    China plant ein umstrittenes Sicherheitsgesetz in seiner Sonderverwaltungszone Hongkong. Vor Ort demonstrieren trotz Corona Tausende - auch aus der EU und aus Deutschland kommt heftige Kritik.

    Zahlreiche Demonstranten gingen am Wochenende in Hongkong gegen Pekings geplantes Sicherheitsgesetz auf die Strasse. Foto: Vincent Yu/AP/dpa
    Zahlreiche Demonstranten gingen am Wochenende in Hongkong gegen Pekings geplantes Sicherheitsgesetz auf die Strasse. Foto: Vincent Yu/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Chinas Pläne für ein Sicherheitsgesetz in Hongkong stossen bei führenden Europa-Parlamentariern und bei deutschen Oppositionspolitikern auf scharfe Kritik.

    «Die internationale Gemeinschaft muss sich mit Nachdruck für die Freiheit von Hongkong einsetzen», sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im EU-Parlament, David McAllister, der «Welt». Die jüngsten Ereignisse müssten auch im Plenum des Europäischen Parlaments diskutiert werden, forderte der CDU-Politiker. Er fügte hinzu: «Der völkerrechtlich vereinbarte Grundsatz 'Ein Land, zwei Systeme' und damit der Status Hongkongs als autonome Stadt wird durch das geplante Sicherheitsgesetz erheblich gefährdet.»

    Peking plant derzeit ein Gesetz, das den Einsatz chinesischer Sicherheitsorgane in der Sonderverwaltungszone Hongkong ermöglichen soll. Tausende hatten am Wochenende in Hongkong trotz der Corona-Pandemie dagegen protestiert.

    Der Chef der China-Delegation im EU-Parlament, Reinhard Bütikofer (Grüne), appellierte an die EU-Aussenminister, am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung deutlich zu machen, dass das Vorgehen Pekings einen unzulässigen Eingriff in die Autonomie Hongkongs darstelle. Bütikofer forderte die EU auf, mehr Druck auf China auszuüben: «Es ist unangemessen für eine Wertegemeinschaft wie die Europäische Union, auf die geplante massive Einschränkung von Freiheitsrechten und auf die Hilferufe von jungen Demokratie-Aktivisten in Hongkong mit lautem Schweigen statt Klartext zu reagieren. Ich sehe hier besonders die Bundesregierung in der Verantwortung, die in einem Monat den Ratsvorsitz in der EU übernimmt.»

    Die Fraktionsvorsitzenden von Grünen und FDP im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt und Christian Lindner, forderten Aussenminister Heiko Maas (SPD) auf, den chinesischen Botschafter einzubestellen. «Wir müssen an der Seite der Demokratiebewegung stehen», sagte Göring-Eckardt vor einer Sitzung ihrer Fraktion. Dies müsse auch für die Handelspolitik gelten. «Hier muss ganz klar sein: kein Abkommen, wenn wir nicht eine klare Verabredung haben zu «einem Land, zwei Systeme» und keine Verschärfungen, wie sie der chinesische Volkskongress gerade beschliessen will.»

    Lindner nannte die Situation in Hongkong besorgniserregend. «Da wird Recht gebrochen. Da werden Zusagen gebrochen», sagte er am Rande einer Sitzung seiner Fraktion. «Im Schatten der Corona-Pandemie ist die Pekinger Führung dabei, den besonderen Status von Hongkong zu verändern.» Auf Antrag der FDP wird der Bundestag an diesem Freitag über die Situation in Hongkong debattieren.

    Auch die Organisation Reporter ohne Grenzen verurteilte Chinas Pläne. «Das Gesetz verschärft die Kontrolle Pekings über Hongkong und wird es dem autoritären chinesischen Regime erleichtern, Rechte wie die Pressefreiheit in der Sonderverwaltungszone mit Füssen zu treten», sagte Geschäftsführer Christian Mihr. «Die chinesischen Behörden nutzen die nationale Sicherheit häufig als Vorwand, um die Inhaftierung von Medienschaffenden teils unter lebensbedrohlichen Bedingungen zu rechtfertigen.»

    Kommentare

    Weiterlesen

    Bergrettung
    4 Interaktionen
    «Wohlstand»
    Wetter
    3 Interaktionen
    19 Grad & Regen

    MEHR IN NEWS

    Ähnlich wie bei einer Sprachenlern-App kann man bei GudMem Namen von beispielsweise neuen Arbeitskollegen schnell lernen.
    Fertig mit Ausreden
    Ostschweizer digitalisiert den Schweizer Breitensport.
    14 Mio. Aufrufe
    Hans Sturzenegger
    New York oder Rom
    Los Angeles

    MEHR EU

    4 Interaktionen
    Utrecht/ Brüssel
    9 Interaktionen
    Brüssel
    38 Interaktionen
    Bern
    Andy Burnham
    10 Interaktionen
    Burnham

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    9 Interaktionen
    Berlin
    Oktoberfest
    17 Interaktionen
    Oktoberfest
    VW Autos Parkplatz
    1 Interaktionen
    Hannover
    VW
    8 Interaktionen
    Hannover