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    EU prüft Benachteiligung europäischer Medizinprodukte in China

    Keystone-SDA
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    Belgien,

    Die EU-Kommission verdächtigt China, Europa auf seinem Beschaffungsmarkt für Medizinprodukte zu diskriminieren. Klarheit soll nun eine Untersuchung bringen.

    Operationssaal Ärzte Medizinprodukte
    Die EU verdächtigt China, europäische Unternehmen und Produkte auf dem Beschaffungsmarkt für Medizinprodukte ungerecht zu diskriminieren. (Symbolbild) - keystone

    Die EU-Kommission hat wegen mutmasslicher Benachteiligung europäischer Medizinprodukte in China eine Untersuchung eingeleitet. Das sei eine Reaktion auf «Massnahmen und Praktiken auf dem chinesischen Beschaffungsmarkt für Medizinprodukte, die europäische Unternehmen und Produkte ungerecht diskriminieren.

    Dies teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit. Es sei die erste Untersuchung der Kommission im Rahmen des sogenannten Instruments für das internationale Beschaffungswesen.

    Schliesst China Markt für ausländische Produkte?

    Von der Kommission gesammelte Beweise deuteten darauf hin, dass Chinas Beschaffungsmarkt für Medizinprodukte schrittweise für europäische und ausländische Unternehmen sowie für in der EU hergestellte Produkte geschlossen werde, teilte die Behörde weiter mit.

    Zurückzuführen sei dies auf von China eingeführte Massnahmen, «die in unfairer Weise zwischen lokalen und ausländischen Unternehmen sowie zwischen lokal hergestellten und importierten Medizinprodukten unterscheiden».

    Wie aus den Angaben hervorgeht, geht es um medizinische Produkte sämtlicher Art – etwa verschiedene Apparate und Geräte unter anderem zum Beatmen, Röntgen oder Sterilisieren ebenso wie um Rollstühle und Verbandsmaterial wie Pflaster, Watte und Binden.

    Keine «zufriedenstellenden» Antworten aus Peking

    Die Brüsseler Behörde habe ihre Bedenken mehrmals direkt bei den chinesischen Behörden geäussert, teilte sie mit. Da «zufriedenstellende Antworten oder Massnahmen» ausgeblieben seien, sei die Entscheidung für eine Untersuchung unter dem Instrument für das internationale Beschaffungswesen gefallen.

    Brüssel hatte 2022 das neue handelspolitische Sanktionswerkzeug verabschiedet. Damit sollen Staaten bestraft werden können, die etwa europäische Unternehmen bei öffentlichen Ausschreibungen diskriminieren. Es soll nach Hoffnung der EU dafür sorgen, dass andere Länder ihre Märkte für europäische Unternehmen öffnen.

    Die EU-Kommission werde die chinesischen Behörden nun auffordern, ihren Standpunkt zu verdeutlichen sowie wichtige Informationen zur Verfügung zu stellen. Zudem sollte eine Konsultation eingeleitet werden, um die «diskriminierenden Massnahmen» zu beseitigen. Innerhalb von neun Monaten sollen die Untersuchung und die Konsultationen abgeschlossen sein.

    China wirft EU Protektionismus vor

    Aus China hiess es am Mittwoch, die EU habe zuletzt ihren wirtschaftlichen und handelspolitischen Werkzeugkasten häufig genutzt, um protektionistische Signale in Richtung chinesischer Firmen zu senden und das Image der EU zu beschädigen.

    Die EU habe immer geprahlt, der offenste Markt der Welt zu sein, aber die Welt habe gesehen, dass sich Brüssel immer weiter in Richtung Protektionismus bewegt, sagte Aussenamtssprecher Wang Wenbin in Peking. China fordere die EU auf, sich an fairen Wettbewerb zu halten und damit aufzuhören, chinesische Firmen unter verschiedenen Vorwänden grundlos einzuschränken, sagte Wang.

    Drohender Ausschluss chinesischer Firmen bei EU-Ausschreibungen

    Der fehlende faire Zugang zu öffentlichen Aufträgen sei seit Langem ein Problem für in dem Land tätige europäische Unternehmen, hiess es von der Europäischen Handelskammer in China. Die Kammer unterstütze das Ziel der EU-Massnahme und erwarte, dass die Untersuchung auf faire, offene und transparente Weise durchgeführt wird.

    Wenn die EU-Kommission zu dem Schluss kommt, dass China mit diskriminierenden Massnahmen europäische Firmen benachteiligt, können als Reaktion beispielsweise chinesische Firmen von europäischen Ausschreibungen ausgeschlossen werden.

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