EU

    EU-Parlament will Schutz gegen Desinformation aus dem Ausland

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Frankreich,

    Das EU-Parlament will sich vor schädlicher ausländischer Einflussnahme auf Europas Demokratien schützen. Es wird ein Sanktionssystem gefordert.

    EU-Parlament
    Der Plenarsaal des EU-Parlaments in Strassburg. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • EU-Parlament will Schutz gegen Desinformation aus dem Ausland.
    • Als Beispiel für solche Einflussnahme wird die US-Präsidentschaftswahl 2016 genannt.
    • Russland sei einer der Hauptakteure bei der Einflussnahme aus dem Ausland.

    Propagandasender, Trollarmeen und Bots, die Desinformation massenhaft teilen: Das EU-Parlament will sich vor schädliche ausländische Einflussnahme auf Europas Demokratien schützen. In einem Bericht, den die Abgeordneten am Mittwoch mit grosser Mehrheit annahmen, fordern sie unter anderem ein Sanktionssystem gegen solche Einmischung und eine bessere Sensibilisierung der Bevölkerung. Ausserdem sollen Social-Media-Plattformen stärker in die Pflicht genommen werden, um diese Machenschaften zu unterbinden. Auch ausgereifte Demokratien seien nach Angaben des EU-Parlaments vor schädlicher Einflussnahme nicht sicher.

    Borrell kündigte Sanktionsmechanismus an

    Als Beispiele nennt die Institution etwa die US-Präsidentschaftswahl 2016, die Donald Trump an die Macht brachte, oder das Brexit-Referendum, das zu einem Austritt Grossbritanniens aus der EU führte.

    josep borrell
    EU-Aussenbeauftragter Borrell. - POOL/AFP

    Nach Angaben des EU-Parlaments sei Russland einer der Hauptakteure bei der Einflussnahme aus dem Ausland. Moskau unterhalte zudem enge Beziehungen zu mehreren politischen Parteien in Europa, insbesondere aus dem rechtsextremen politischen Spektrum. Die EU hatte zuletzt bereits die Verbreitung der russischen Staatsmedien RT und Sputnik verboten. Der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell kündigte zudem einen Sanktionsmechanismus gegen die Urheber gezielter Desinformation an.

    130 Experten wurden angehört

    In dem Bericht schlagen die Abgeordneten vor, Medien und Faktenprüfer im Kampf gegen Desinformation zu unterstützen, die Beziehungen zwischen bestimmten europäischen politischen Parteien und Russland zu klären und die Finanzierung nationaler Parteien aus Drittstaaten zu verbieten. Ausserdem soll es nach dem Willen der Parlamentarier erschwert werden, ehemalige europäische Spitzenpolitiker im Ausland anzuwerben.

    Das Papier geht auf einen Sonderausschuss zurück, der 2020 eingesetzt wurde. Die zugehörigen Abgeordneten haben seitdem den Angaben zufolge etwa 130 Experten angehört. Am 23. März läuft das Mandat des Sonderausschusses aus.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    masepin
    18 Interaktionen
    Ukraine-Krieg
    Strassburg

    MEHR IN NEWS

    beerdigung
    Neues Geschäftsmodell
    a
    3 Interaktionen
    Gen-Gefahr
    wetter
    Mit Bise
    Feuerpferde Tobias Sennhauser
    «Keine Feuerpferde»

    MEHR EU

    Mark Carney
    44 Interaktionen
    Montreal
    Kanada EU
    11 Interaktionen
    Montreal/Brüssel
    27 Interaktionen
    Montreal/Brüssel
    Eufor Soldaten
    14 Interaktionen
    Rom/Sarajevo

    MEHR AUS FRANKREICH

    Ausschreitungen
    6 Interaktionen
    Paris
    7 Interaktionen
    Paris
    a
    21 Interaktionen
    FIA ermittelt mit KI
    a
    152 Interaktionen
    10'000 Euro