Erdogan Kritiker Adil Yigit muss Deutschland verlassen

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    Türkei,

    Der türkische Journalist Adil Yigit hat bis Ende Januar 2019 Zeit, Deutschland zu verlassen. Er kann es sich nur durch seine Protest-Aktion erklären.

    Adil Yigit, Chefredakteur des internetportals Aurupa Postasi, wird im Bundeskanzleramt aus der gemeinsamen Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Merkel und Erdogan, Präsident der Türkei geführt. Er trägt dabei ein T-Shirt mit der Aufschrift "Pressefreiheit für Journalisten in der Türkei" und auf Türkisch "Freiheit für die Journalisten".
    Adil Yigit, Chefredakteur des internetportals Aurupa Postasi, wird im Bundeskanzleramt aus der gemeinsamen Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Merkel und Erdogan, Präsident der Türkei geführt. Er trägt dabei ein T-Shirt mit der Aufschrift "Pressefreiheit für Journalisten in der Türkei" und auf Türkisch "Freiheit für die Journalisten". - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Deutschland verlängert den Aufenthalt des türkischen Journalisten Adil Yigit nicht.
    • Der Erdogan-Kritiker lebt seit 36 Jahren in Deutschland. Ende Januar muss er gehen.

    Deutschland weist zu Ende Januar den türkischen Regierungskritiker und Journalisten Adil Yigit aus. Am Freitag habe er den Bescheid bekommen, sagte Yigit (60) der Deutschen Presse-Agentur heute Sonntag. Er führt die Entscheidung auf seine prominente Protestaktion während einer Pressekonferenz des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan und Kanzlerin Angela Merkel im Kanzleramt Ende September zurück. Damals trug der in Hamburg lebende Journalist ein weisses T-Shirt mit der Aufschrift «Gazetecilere Özgürlük – Freiheit für Journalisten in der Türkei». Als es zu Unruhe kam, griffen deutsche Sicherheitskräfte ein und brachten Yigit aus dem Saal. Erdogan lächelte.

    Wegen Protest ausgewiesen?

    «Das hängt zusammen, anders kann es gar nicht sein», sagte Yigit, der nach eigenen Angaben seit 36 Jahren in Deutschland lebt. Schon im vergangenen Jahr lag bereits einmal ein entsprechender Bescheid vor. Aber der Chef der Hamburger Ausländerbehörde habe ihm versprochen, man werde schon eine Lösung finden. Nun werde nur einen Monat nach seiner Protestaktion im Kanzleramt die Verlängerung seiner Aufenthaltsgenehmigung abgelehnt, sagte Yigit. Er müsse jetzt bis 22. Januar 2019 das Land verlassen haben oder er werde abgeschoben.

    Zuerst hatte die «taz» über die Ausweisung berichtet. Yigit schreibt für sie als Kolumnist. In dem Artikel heisst es, als Gründe für die Ausweisung gebe die Behörde an, dass er nicht erwerbstätig sei und nicht bei seinen Kindern lebe. Yigit gibt in Deutschland die regierungskritische Onlinezeitung «Avrupa Postasi» heraus. «Natürlich fürchte ich mich, wenn ich abgeschoben werde», sagte er. «In der Türkei werden Journalisten zum Schweigen gebracht.» Nach dem Putschversuch von 2016 hat die türkische Regierung Zehntausende angebliche Staatsfeinde, darunter Journalisten, Akademiker und Menschenrechtler, festnehmen lassen und viele Medienhäuser geschlossen oder auf Regierungslinie gebracht.

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