Epilepsie bei Kindern wird oft nicht rechtzeitig erkannt

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    Die Zeichen von bestimmten Formen der Epilepsie sind nur schwer zu deuten. Darum, so sagt eine Rostocker Expertin, sollten Eltern lieber schnell zum Arzt gehen.

    Beobachten Eltern an ihren Kindern ständige Unaufmerksamkeit oder häufiges Verträumtsein, sollten sie ärztlichen Rat holen. Mit Elektroden können die Gehirnströme bei Epilepsie-Patienten gemessen werden. Foto: Friso Gentsch
    Beobachten Eltern an ihren Kindern ständige Unaufmerksamkeit oder häufiges Verträumtsein, sollten sie ärztlichen Rat holen. Mit Elektroden können die Gehirnströme bei Epilepsie-Patienten gemessen werden. Foto: Friso Gentsch - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bei Säuglingen wird nach Ansicht der Rostocker Medizinprofessorin Astrid Bertsche eine bestimmte Form der Epilepsie häufig nicht rechtzeitig erkannt.

    Dabei handele es sich um die sogenannten BNS-Anfälle, sagte Bertsche vor der Infoveranstaltung «Leben mit Epilepsie» in der .

    BNS stehe dabei für Blitz-Nick-Salaam. Dabei nicken die Säuglinge kurz mit dem Kopf, dann gehen die Arme nach vorne und auseinander. «Diese Kinder können in ihrer Entwicklung massiv einbrechen», betonte die Expertin. Dabei sei eine frühe Diagnose wichtig, um mit der Behandlung das Risiko von Folgeschäden zu vermindern. Die Therapie erfolge mit Cortison-Stössen. «Das ist Stand der Wissenschaft und führt meistens zu einer Verbesserung.»

    Etwa fünf bis zehn von 1000 Kindern leiden an einer der verschiedenen Ausprägungen der Epilepsie. Diese reichen von grossen Anfällen, bei denen die Arme und Beine heftig zucken bis hin zu kurzfristigen Abwesenheiten, die von aussen kaum wahrgenommen werden. Bei diesen sogenannten Absencen sei das Problem, dass sie relativ häufig auftreten und mit wiederkehrenden Filmrissen einhergehen. Zu Problemen könne es im Strassenverkehr kommen, wenn die Betroffenen nicht mitbekommen, dass ein Auto naht.

    Bertsche riet Eltern, bei unklarem Verhalten wie ständige Unaufmerksamkeit oder aussergewöhnlich häufigem Verträumtsein ärztlichen Rat zu holen. Sie betonte, dass die meisten Kinder mit Epilepsie eine ganz normale Entwicklung nehmen können. Dabei spielten die sozialen Kontakte und auch Sport eine tragende Rolle. «Wir empfehlen aber, dass die Kinder nur unter direkter Aufsicht schwimmen.» Hohe Klettergerüste sollten vermieden werden und Radfahren sollten die Kinder nur mit Helm und nicht auf der Strasse.

    Ursache der Epilepsie können genetische Faktoren oder auch Unfälle, Sauerstoffmangel bei der Geburt, Hirnhautentzündung sowie Stoffwechselerkrankungen sein. «Für alle Arten gilt, dass Epilepsie zwar behandelbar, aber letztlich meist nicht heilbar ist», sagte Bertsche. Umso mehr Bedeutung komme der Betreuung der Kinder zu. «Sie brauchen unsere grösste Aufmerksamkeit, damit sie die bestmöglichen Entwicklungschancen haben», sagte die Expertin.

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