Eine Branche schöpft Hoffnung: Tapeten wieder gefragter

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    Deutschland,

    Trendwende trotz Corona-Krise: Erstmals seit mehreren Jahren hat die Tapetenindustrie im Jahr 2020 mehr Umsatz als im Vorjahr verzeichnet. Geholfen haben ausgerechnet die Pandemie-Einschränkungen.

    Erstmals seit mehreren Jahren hat die Tapetenindustrie im Jahr 2020 mehr Umsatz als im Vorjahr verzeichnet. Foto: Silas Stein/dpa
    Erstmals seit mehreren Jahren hat die Tapetenindustrie im Jahr 2020 mehr Umsatz als im Vorjahr verzeichnet. Foto: Silas Stein/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Kein Urlaub, dafür Neues an der Wand: Das Pandemie-Jahr hat den Abwärtstrend in der Tapetenindustrie beendet.

    Laut dem Deutschen Tapeten-Institut erwirtschafteten die Wandbekleidungsfirmen im Jahr 2020 256 Millionen Euro Umsatz.

    2019 waren es nur 247 Millionen Euro, ein Tiefpunkt nach 266 Millionen Euro im Jahr 2018 und 288 Millionen Euro im Jahr 2017.

    Die positive Entwicklung geht laut dem Geschäftsführer des Deutschen Tapeten-Instituts, Karsten Brandt, auf die Pandemie-Einschränkungen zurück. «Viele Menschen haben noch das Budget», so Brandt, für Urlaube, Restaurant- und Kinobesuche. Aber sie könnten es nicht mehr dafür ausgeben. Weil die Leute an ihre Wohnungen gebunden seien, gingen sie Dinge wie Renovierungen an, «die man schon immer mal machen wollte oder vielleicht sonst erst in ein paar Jahren gemacht hätte».

    Von diesem Trend profitieren laut Brandt nicht alle Segmente der Innenrichtungsbranche gleich. Der Tapete komme zugute, dass sie vergleichsweise günstig sei und auch ohne Handwerker angebracht werden könne.

    Im Inland stiegen die Erlöse der Tapetenbranche im Jahr 2020 demnach um 12 Prozent, im Ausland sanken sie um 2 Prozent. Wegen verschiedener Lockdowns in anderen Ländern und unterbrochener Lieferketten könne man das Auslandsgeschäft im vergangenen Jahr dennoch als Erfolg werten, so Brandt. Weitere Wachstumschancen sieht er bei der Möglichkeit zur individuellen Gestaltung der Wandbekleidung und ausgefallenen Mustern. «Eine Tapete, die selbst Dekoration ist» liege im Trend. Die Sichtbarkeit des Produktes bei den Verbrauchern könne zudem noch gesteigert werden.

    Auf das neue Jahr blickt das Deutsche Tapeten-Institut mit gemischten Gefühlen: Die momentan geschlossenen Baumärkte dürfte laut Brandt die gewöhnliche «Renovierungslust» der Deutschen im Frühling hemmen. Der Online-Vertrieb und «Click und Collect» könnten das nicht ersetzen. Entscheidungen bei der Neugestaltung der eigenen vier Wände zögen sich oft über mehrere Wochen. «Gekauft wird dann im Februar, März», sagte Brandt mit Blick auf mögliche Corona-Lockerungen. «Es könnte sein, dass es noch hinkommt.»

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