DNA-Analyse: Ist Timmy doch noch am Leben?
Neue DNA-Proben werfen Fragen auf – lebt Wal Timmy etwa doch noch? Laut der DNA-Probe soll der vor Dänemark angespülte Wal-Kadaver nicht Timmy gewesen sein.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine neue DNA-Analyse stellt infrage, ob es sich bei dem toten Wal vor Dänemark um Timmy gehandelt hat.
- Jedoch sprechen viele Indizien dafür, dass es Timmy ist.
- Heute um 14 Uhr fand diesbezüglich eine Medienkonferenz statt.
Der Fall um Buckelwal Timmy sorgt erneut für Aufsehen. Eine DNA-Analyse stellt alles infrage, was bisher als gesichert galt.
Laut Informationen der «Bild»-Zeitung soll der Wal, der tot auf der dänischen Insel Anholt angespült wurde, nicht Timmy sein. Der angebliche Beweis dafür wurde an der Pressekonferenz am Mittwochnachmittag jedoch stark infrage gestellt.
Zur Erinnerung: Timmy war ein Buckelwal, der vor der Ostsee gestrandet war. Nach einer aufwendigen Rettungsaktion wurde er freigelassen. Wochen später tauchte ein toter Buckelwal vor Anholt auf.

Um das zu klären, wurden zwei DNA-Proben verglichen. Eine Probe wurde entnommen, als der amerikanische Wal-Experte Jeff Forster einen Tracker an der Rückenflosse des Wals befestigte. Die zweite Probe nahmen Mitglieder der Wal-Initiative vom Kadaver auf Anholt.
Den Angaben zufolge war die zweite Probe jedoch in Formalin eingelegt und erst verspätet gekühlt worden. Formalin führt bei Raumtemperatur zu einem Abbau von DNA, weshalb die Probe so stark beeinträchtigt worden sein könnte, dass ein DNA-Abgleich unzuverlässig oder verfälscht ausfallen kann.
DNA-Analyse liefert überraschendes Ergebnis
Beide Proben wurden an ein Labor geschickt und dort verglichen. Laut «Bild» stimmen die Proben nicht überein. Der Wal von Anholt soll demnach nicht Timmy sein.
Doch das Ergebnis wirft viele Fragen auf. Beispielsweise gab es keine unabhängigen Zeugen bei der Probenentnahme.
Weder das Ministerium von Mecklenburg-Vorpommern noch das Meeresmuseum Stralsund hatten eigene DNA-Proben gesammelt. Auch der Transport ans Labor wurde nicht überwacht.

Zudem ist unklar, wie die Proben gelagert wurden. Falsche Lagerung kann genetisches Material verfälschen.
Das lässt Raum für mögliche Fehler oder sogar Manipulationen. Trotzdem soll der deutschen Zeitung zufolge die Qualität der Analyse bei 99 Prozent liegen.
Viele Indizien sprechen für Timmy
Gegen das DNA-Ergebnis sprechen mehrere Hinweise. Der wohl stärkste: Die Tierärztin Kirsten Tönnies nennt an der Pressekonferenz den Namen des chinesischen Instituts auf Nachfrage nicht, sie dürfe diesen nicht sagen.
Die Tierärztin ergänzte , dass die Abweichungen zwischen den zwei Proben so gross sei, dass sie unmöglich von derselben Tierart stammen können.
Die Verletzungen des vor Anholt angespülten Kadavers ähnelten aber jenen, die Timmy bereits zu Beginn aufgewiesen hatte stark. Besonders auffällig waren tiefe Wunden an der Schwanzflosse, die möglicherweise bei der Freilassung entstanden sind.
Schon von Anfang an verlief die Geschichte rund um Timmy alles andere als geradlinig. Unklar ist bis heute, wer die chaotische Freilassung des Wals angeordnet hat.
Auf Anholt kamen weitere Verwirrungen hinzu. Der tote Wal wurde als weiblich identifiziert. Bis dahin galt Timmy als männliches Tier.












