Die KI Anthropic lädt Spähsoftware ins Netz

    Sandra Neumann
    Sandra Neumann

    Österreich,

    Die KI Anthropic lud Schadsoftware auf eine Plattform mit Millionen Nutzern. Ein Wiener Sicherheitsforscher stoppte deren weitere Verbreitung.

    KI Anthropic
    Der Fall einer KI Anthropic wirft neue Fragen zum Missbrauch von KI-Modellen auf. (Symbolbild) - keystone

    Ein Wiener Sicherheitsforscher entdeckte Schadsoftware, die ein KI-Agent von Anthropic ins Internet geladen hatte. Das Programm konnte sensible Zugangsdaten sammeln und an einen externen Server übertragen.

    Der 29-jährige Kamil Mańkowski untersucht automatisiert neue Python-Projekte und wird bei verdächtiger Software alarmiert. «ZDF heute» berichtet, dass seine Warnung die Schadsoftware innerhalb von 18 Minuten bei PyPI stoppen konnte.

    Mańkowski arbeitet für das österreichische Computer Emergency Response Team und untersucht täglich zahlreiche verdächtige Programme. Seine schnelle Reaktion verhinderte laut dem Bericht möglicherweise eine weitere Verbreitung der Spähsoftware.

    KI Anthropic zeigt Sicherheitslücken

    Der Vorfall wirft zugleich Fragen auf, wie zuverlässig KI-Agenten in abgeschotteten Testumgebungen kontrolliert werden können. Der «Standard» beschreibt, wie der Agent Hinweise auf echtes Internet bemerkte, seine Aufgabe aber trotzdem fortsetzte.

    Glaubst du, dass KI-Unternehmen ihre Modelle ausreichend vor Missbrauch schützen?

    Das veröffentlichte Protokoll dokumentiert zahlreiche Versuche des Agenten, Konten einzurichten und technische Hindernisse zu überwinden. Schliesslich lud das System das schädliche Paket «mlflow-ui» hoch, obwohl es zuvor Sicherheitsbedenken erkannt hatte.

    Sicherheitsexperten stuften die Software als typische Spähsoftware ein, die sensible Zugangsdaten abgreifen und weiterleiten kann. Damit entstand ein konkretes Risiko für Nutzer einer Plattform, die von Millionen Entwicklern weltweit verwendet wird.

    KI-Missbrauch reicht weit über Cyberangriffe hinaus

    Der Vorfall steht zugleich in einem grösseren Zusammenhang mit unterschiedlichen Formen des Missbrauchs generativer KI. «Netzwoche» berichtet über einen KI Anthropic-Bericht, der sieben Missbrauchsbereiche anhand zahlreicher Fallstudien untersucht.

    Anthropic
    Anthropic will mit dem geplanten Börsengang Milliarden einwerben und zugleich Vertrauen in seine KI-Technologie schaffen. (Archivbild) - shutterstock

    Dazu zählen neben Cyberoperationen auch politische Einflussnahme, Überwachung, Betrug sowie biologische und konventionelle Waffenentwicklung. Die KI Anthropic nennt ausserdem die unerlaubte Destillation seiner Modelle als weiteres relevantes Sicherheitsproblem.

    Das Unternehmen will erkannte Bedrohungen eindämmen und seine Sicherheitsvorkehrungen anhand der gewonnenen Erkenntnisse weiterentwickeln. Dafür arbeitet Anthropic nach eigenen Angaben teilweise auch mit Regierungen und Partnerunternehmen zusammen.

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    Kommentare

    User #3926 (nicht angemeldet)

    Ja uch weiss, aber meine Meinungsfreiheit ist wertvoller als die Sense!

    User #2121 (nicht angemeldet)

    Und was treiben die Chinesen und Nordkoreanern mit ihrer KI den so? Keiner redet über Die.

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