Demos: Polizei wirft 87-Jährige nach 70 Jahren aus Wohnung
Seniorin Maricarmen lebt seit 1956 in der Wohnung in Madrid – jetzt muss sie gehen. Hunderte Unterstützer wollten die Räumung verhindern, doch vergeblich.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Wohnung der 87-jährigen Maricarmen wurde in Madrid zwangsgeräumt.
- Sie lebte seit 1956 in der Wohnung im Stadtteil Retiro.
- Hunderte Unterstützer versuchten die Räumung erfolglos zu verhindern.
Die 87-jährige María del Carmen Abascal, genannt Maricarmen, ist in Madrid zwangsgeräumt worden. Sie musste am Mittwoch die Wohnung im Stadtteil Retiro verlassen, in der sie seit 1956 gelebt hatte.
Es war der vierte Räumungsversuch. Hunderte Unterstützerinnen und Unterstützer versuchten, die Räumung zu verhindern, wie spanische Medien berichteten.
Die Policía Nacional drängte sie mit Pfefferspray und Gewalt zurück. Sanitäter brachten eine Trage ins Haus, um Maricarmen hinauszubringen.
Anwältin verlangt mehr Aufschub
Maricarmens Anwältin Beatriz Duro versuchte zuletzt, noch einige Tage Aufschub zu erreichen, damit ihre Mandantin eine neue Unterkunft finden könne. Die Behörden lehnten ab.
Duro kritisierte: «Sie weigerten sich sogar, ihr ein paar Stunden zu lassen, um ihre Sachen zu holen.»
Der Konflikt geht auf einen alten Mietvertrag von 1956 zurück. Nach dem Tod der Eltern wurde das Mietrecht auf Maricarmen übertragen.
Die heutige Eigentümerin, die Immobiliengesellschaft Urbagestión Desarrollo e Inversión, bestritt jedoch die Wirksamkeit dieser zweiten Übertragung. Der Oberste Gerichtshof gab dem Unternehmen im März recht.
Madrid verweist auf Wohnangebote
Die verlangte Miete lag bei 2500 Euro im Monat und damit weit über Maricarmens Rente. Die Frau hat einen Behinderungsgrad von 50 Prozent und konnte die Forderung nicht bezahlen.
Auch der UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte hatte Spanien aufgefordert, die Räumung zu stoppen und eine angemessene Wohnlösung zu garantieren.
Die Stadt Madrid weist Kritik zurück. Bürgermeister José Luis Martínez-Almeida sagte, die städtischen Dienste hätten Maricarmen bereits früher Wohnangebote gemacht.
Laut Rathaus lehnte sie diese ab und entschied sich nach der Räumung, bei Verwandten unterzukommen.















