Cum-Ex-Chefermittlerin wirft hin und übt Kritik

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    Deutschland,

    Die Cum-Ex-Chefermittlerin Anne Brorhilker hat gekündigt und kritisiert die Aufarbeitung des Steuerskandals.

    Oberstaatsanwältin Anne Brorhilker im Januar 2020 im Landgericht Bonn.
    Oberstaatsanwältin Anne Brorhilker im Januar 2020 im Landgericht Bonn. - Oliver Berg/dpa

    Die Cum-Ex-Chefermittlerin im sogenannten Cum-Ex-Betrugsfall, Anne Brorhilker, hat gekündigt – und übt Kritik an der Aufarbeitung des Steuerskandals. Brorhilker habe um ihre Entlassung aus dem Beamtenverhältnis gebeten, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Köln am Montag auf dpa-Anfrage. Zuvor hatte der Sender WDR berichtet.

    Zu Brorhilkers Gründen äusserte sich die Behörde nicht. Die Oberstaatsanwältin nahm eine zentrale Rolle bei der Verfolgung von Cum-Ex-Steuerbetrügern ein. In rund 120 Ermittlungsverfahren wurde in Köln unter Brorhilkers Führung gegen 1700 Beschuldigte ermittelt.

    Grosser Schaden durch den Betrug

    Durch den Cum-Ex-Betrug, der seine Hochphase von 2006 bis 2011 hatte, wurde der deutsche Staat schätzungsweise um einen zweistelligen Milliardenbetrag geprellt. Der Cum-Ex-Betrug gilt als grösster Steuerskandal der Bundesrepublik.

    Bei den Steuerdeals wurden Aktien mit («cum») und ohne («ex») Dividendenansprüche in kurzer Zeit zwischen Finanzakteuren hin- und hergeschoben. Bei dem Verwirrspiel erstattete der Fiskus unwissentlich Steuern, die gar nicht gezahlt worden waren. Erst mit einer zum Januar 2012 greifenden Gesetzesänderung wurde den Deals ein Riegel vorgeschoben.

    Unzufriedenheit mit der Verfolgung von Finanzkriminalität

    Dem WDR sagte Brorhilker: «Ich war immer mit Leib und Seele Staatsanwältin, gerade im Bereich von Wirtschaftskriminalität, aber ich bin überhaupt nicht zufrieden damit, wie in Deutschland Finanzkriminalität verfolgt wird.»

    Die Politik habe elf Jahre nach Bekanntwerden der ersten Cum-Ex-Fälle noch immer nicht hinreichend reagiert. Steuerdiebstähle seien längst nicht gestoppt, es gebe Cum-Ex-Nachfolgemodelle. Grund seien fehlende Kontrollen, was bei Banken und auf den Aktienmärkten geschehe.

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