Club of Rome fordert Reform der Weltklimakonferenzen

Keystone-SDA
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Zürich,

Angesichts der sich beschleunigenden Klimakrise fordert die Denkfabrik Club of Rome eine Reform der jährlichen UN-Weltklimakonferenzen.

Klimawandel
Ab 2035 sollen Industrieländer für den Globalen Süden jährlich 300 Milliarden Dollar bereitstellen. - dpa

«Dieser lethargische Prozess steht völlig im Kontrast zur Klimaforschung und den Klimaschäden und -risiken in der realen Welt», erklärte der schwedische Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Johan Rockström, zur Begründung in dem am Dienstag veröffentlichten Aufruf. Unterschrieben ist er unter anderen von dem früheren UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, der irischen Ex-Präsidentin Mary Robinson und vielen weiteren.

Konkret fordert die Gruppe häufigere und kleinere Treffen als die jährlichen Mammutkonferenzen. Zudem brauche es einen stärkeren Fokus auf die aktuellen wissenschaftliche Erkenntnisse zum Stand der Klimakrise. Aktuell treffen sich einmal im Jahr Vertreter von rund 200 Staaten, um über die Eindämmung der Erderwärmung zu beraten. Auch immer mehr Lobbyvertreter der Öl- und Gasindustrie sind dabei. Die nächste Konferenz in Dubai soll der Vorsitzende des staatlichen emiratischen Ölkonzerns ADNOC leiten.

Stärker müsse dem Club of Rome zufolge im Fokus stehen, wie weit die Welt vom Erreichen des international vereinbarten 1,5-Grad-Ziels entfernt sei. Derzeit steuert die Welt nach Angaben der Vereinten Nationen auf 2,8 Grad Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts zu – mit katastrophalen Folgen. Der Club of Rome hält eine Modellierung für sinnvoll, die ständig neu berechnet, wie sich bestimmte Entscheidungen auf den Temperaturanstieg auswirken würden. Bei den Verhandlungen solle ausserdem klar benannt und sichtbar angezeigt werden, welche Länder Fortschritte machten und welche nicht.

Vor 50 Jahren rüttelte der Thinktank Club of Rome mit seinem Bericht «Die Grenzen des Wachstums» die Welt auf. Sie gilt heute als einflussreichste Publikation zur drohenden Überlastung unseres Planeten. Wenn sich die globale Wirtschaftsweise nicht ändere, brächen Ökonomie, Umwelt und Lebensqualität zusammen, warnte die Forschergruppe basierend auf einer Computersimulation.

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