Busfahrerin will sich anschnallen – dann folgt die Kündigung
Aus Sicherheitsgründen bestand eine dänische Busfahrerin auf einen Sicherheitsgurt. Weil dies der Geschäftsleitung nicht passte, wurde ihr fristlos gekündigt.

Das Wichtigste in Kürze
- Einer dänischen Busfahrerin wird gekündigt, weil sie einen Sicherheitsgurt verlangte.
- Der Geschäftsführer gab an, «nicht nach ihrer Pfeife tanzen» zu wollen.
- Nun zieht die Gewerkschaft der Busfahrerin mit einer arbeitsrechtlichen Klage vor Gericht.
Jahrelang fährt Jette Jensen Bus. Sie trägt Verantwortung für dutzende Passagiere und kennt den Alltag auf Dänemarks Strassen bestens. Doch ausgerechnet ihr Wunsch nach mehr Sicherheit kostete die 58-Jährige nun den Job.
Wie die dänische Zeitung «Netavisen Pio» berichtet, weigerte sich die Busfahrerin, einen Bus ohne Sicherheitsgurt zu fahren.
Denn innerhalb des Unternehmens gab es tatsächlich ein Fahrzeug, das nicht mit einem Fahrergurt ausgestattet war. Und genau diesen Bus sollte Jette immer wieder übernehmen.
Chef will «nicht nach ihrer Pfeife tanzen»
Die 58-Jährige wandte sich deshalb an die Geschäftsleitung und bat darum, die Einsätze entsprechend umzuplanen. Zunächst wurde bei der Dienstplanung noch Rücksicht auf ihre Wünsche genommen.
Doch irgendwann platzte der Geschäftsleitung offenbar der Kragen. Laut «Netavisen Pio» schrieb der Geschäftsführer in einer E-Mail, man werde künftig «nicht nach ihrer Pfeife tanzen».
Jette blieb dennoch hartnäckig. Sie verweigerte weiterhin Fahrten ohne Sicherheitsgurt und erhielt dafür zunächst mündliche, später auch schriftliche Verwarnungen.
Bus wurde inzwischen nachgerüstet
Als sie sich schliesslich an ihre Gewerkschaft wandte und mit den Medien sprach, eskalierte der Konflikt endgültig. Die Busfahrerin wurde suspendiert und erhielt ab dem 5. Mai keinen Lohn mehr.
Kurz darauf folgte die fristlose Kündigung.
Besonders bitter: Der betroffene Bus wurde inzwischen nachgerüstet. Mittlerweile ist dort also ein Sicherheitsgurt eingebaut. An der Kündigung ändert das allerdings nichts, die Geschäftsleitung bleibt bei ihrem Entscheid.
«Ich habe getan, was ich tun musste. Ich habe einfach auf mein Recht bestanden, mich selbst zu schützen», sagt Jette gegenüber «Netavisen Pio». Und weiter: «Ich werde nicht ohne Sicherheitsgurt Bus fahren.»
Gewerkschaft zieht vor Gericht
Der Streit hat die 58-Jährige offenbar schwer belastet. Laut dem Bericht ist sie inzwischen krankgeschrieben und befindet sich in psychologischer Behandlung.
Das Busunternehmen weist die Vorwürfe zurück. In einem Statement, das ebenfalls von «Netavisen Pio» zitiert wird, erklärt der Geschäftsführer, Sicherheit habe oberste Priorität. Man lege grossen Wert auf Dialog und ein sicheres Arbeitsumfeld.
Zum Unternehmen zurückkehren möchte Jette trotzdem nicht mehr. Stattdessen zieht nun ihre Gewerkschaft vor Gericht. Sie wirft dem Busunternehmen eine unbegründete Kündigung vor.
















