Der britische Vize-Premierminister Damian Green tritt wegen Belästigungsvorwürfen zurück. Eine entsprechende Untersuchung ist gegen ihn im Gange. Er ist bereits das dritte Kabinettsmitglied, das Premierministerin May abhanden kommt.
Belästigungs- und Porno-Vorwürfe: Damian Green tritt zurück.
Belästigungs- und Porno-Vorwürfe: Damian Green tritt zurück. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Der britische Vize-Premier Damian Green ist zurückgetreten.
  • Gegen den Politiker wurden Belästigungsvorwürfe laut.
  • Er entschuldigte sich teilweise in einem Brief.

Der britische Vize-Premier und Kabinettschef Damian Green (61) ist am Mittwochabend in London zurückgetreten. Er war wegen Belästigungsvorwürfen und Berichten über Pornografie auf seinem Dienstrechner unter Beschuss geraten. Eine Untersuchung sei zu dem Schluss gekommen, dass der Politiker «missverständliche» und «fehlerhafte» Angaben zu den Anschuldigungen gemacht habe, teilte Premierministerin Theresa May mit.

Belästigungs- und Porno-Vorwürfe

Eine Journalistin hatte Green beschuldigt, ihr während eines Pub-Besuchs 2015 ans Knie gefasst und 2016 eine anzügliche Nachricht geschickt zu haben. Daraufhin wurde eine interne Untersuchung eingeleitet. Dazu kam, dass ehemalige Polizisten berichteten, im Jahr 2008 sei auf einem von Greens Computern im Parlament pornografisches Material entdeckt worden.

In einem Brief teilte Green mit, dass er sich nicht erinnern könne, die Journalistin belästigt zu haben. Fall er sie aber durch sein Verhalten in eine unangenehme Situation gebracht haben sollte, dann tue es ihm leid. Ausserdem erklärte er, dass er sich auf seinem Dienstcomputer keine Pornografie heruntergeladen oder angeschaut habe. Im Gegensatz zu seinen früheren Behauptungen sei er aber von der Polizei schon früh über entsprechende Inhalte auf Computern informiert worden. «Ich entschuldige mich dafür, dass meine Stellungnahmen an diesem Punkt missverständlich waren.»

Green spricht von einer Hetzkampagne

Vor seinem Rücktritt hatte Green alle Vorwürfe vehement abgestritten. So bezeichnete er per Twitter die Berichte über Pornografie auf seinem Rechner als politische Hetzkampagne. Einer der Ex-Polizisten habe schon einmal versucht, ihn in Verruf zu bringen. Alle Behauptungen seien unwahr. Green hatte auch die Belästigungsvorwürfe zurückgewiesen. Er sei enttäuscht. Er habe gedacht, zu der Frau ein freundschaftliches Verhältnis zu haben.

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