Brexit

    Brexit: Grossbritannien ruft EU zu Lockerungen bei Importen auf

    Keystone-SDA
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    Grossbritannien,

    Grossbritannien sieht die heimische Wirtschaft wenige Wochen nach Abschluss des Brexits durch Importstopps der EU für bestimmte Meeresfrüchte beschädigt.

    vereinigtes königreich
    Am 31. Dezember 2020 wurde der EU-Austritt des Vereinigten Königreichs (Brexit) vollzogen. (Symbolbild) - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Grossbritannien sieht die heimische Wirtschaft für bestimmte Meeresfrüchte beschädigt.
    • Die EU verbietet Importe gewisser Schalentiere aus Gewässern der Klasse B.
    • Anfang des Jahres hat Grossbritannien den Binnenmarkt der EU endgültig verlassen.

    «Es gibt keine wissenschaftliche oder technische Rechtfertigung für die Europäische Kommission, den Import von lebenden Muscheln aus Gewässern der Klasse B zu verbieten.» Dies sagte eine Sprecherin des britischen Umweltministeriums auf Anfrage der Nachrichtenagentur DPA am Mittwoch.

    Nach einer EU-Einteilung sind Gewässer der Klasse A die saubersten, darauf folgt die Kategorie B. Weichtiere aus Gewässern der Kategorie A können den Bestimmungen zufolge in die EU importiert werden, ohne vorher noch gereinigt zu werden. Die meisten britischen Gewässer gehören aber zur Klasse B.

    Die EU unterbindet hingegen die Einfuhr von bestimmten Schalentieren – etwa der Kategorie B – aus dem Vereinigten Königreich, ebenso wie aus anderen Drittstaaten. Begründung ist, dass nach dem EU-Austritt Lebensmittelstandards und Überwachung abweichen könnten und diese Meeresfrüchte gesundheitlich besonders heikel seien. «Das wirkt sich schon jetzt auf Unternehmen aus und schädigt Märkte auf beiden Seiten des Kanals», sagte die britische Ministeriumssprecherin.

    EU-Kommission zu Treffen und Lösung aufgefordert

    Man fordere dringend eine Lösung dieses Problems und habe die EU-Kommission zu einem Treffen aufgefordert. Gleichzeitig sei man bereit, weitere Belege vorzulegen, die die Qualität der britischen Produkte untermauern würden. «Dabei müssen aber die existierenden hohen Standards und die Geschichte unseres Handels berücksichtigt werden», hiess es aus dem Ministerium.

    Einem Bericht des «Telegraph» zufolge sollen in britischen Regierungskreisen als Reaktion bereits mögliche Beschränkungen für den Import von EU-Produkten nach Grossbritannien diskutiert werden. Dafür gab es zunächst jedoch keine Bestätigung. Das Ministerium verwies stattdessen auf Regeln für den Import von EU-Produkten nach Grossbritannien, die im Laufe des Jahres auslaufen könnten. Man werde diese stetig «überprüfen».

    Anfang des Jahres hat Grossbritannien den Binnenmarkt der EU endgültig verlassen. Zwar haben sich beide Seiten in ihrem mühsam vereinbarten Pakt prinzipiell auf zollfreien Handel geeinigt. Dennoch sind etliche neue Kontrollen und Formalitäten an den Grenzen notwendig, was viele Händler stark belastet.

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