Gesetz

    Berliner Mietendeckel kommt - Abgeordnete beschliessen Gesetz

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    Deutschland,

    Das bundesweit einmalige Gesetz hat im Abgeordnetenhaus die letzte Hürde genommen. Wie es damit vor Gericht weitergeht, steht aber noch nicht fest.

    Der Fernsehturm am Alexanderplatz ist hinter Baukränen und Mietshäusern zu sehen. Als erstes Bundesland führt Berlin den Mietendeckel ein. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv
    Der Fernsehturm am Alexanderplatz ist hinter Baukränen und Mietshäusern zu sehen. Als erstes Bundesland führt Berlin den Mietendeckel ein. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Berlin führt als erstes Bundesland einen Mietendeckel ein.

    Das Abgeordnetenhaus beschloss das Gesetz mit seiner rot-rot-grünen Mehrheit gegen die Stimmen der Opposition, die den Mietendeckel geschlossen ablehnte.

    Mit dem Gesetz sollen die Mieten in der Hauptstadt für fünf Jahre nicht steigen dürfen, nachdem die Preise für Wohnraum in den vergangenen Jahren spürbar geklettert sind. Klagen gegen den Mietendeckel gelten als sicher.

    «Die einzig verantwortungsvolle Handlungsoption», nannte Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) das Gesetz in der Debatte vor der namentlichen Abstimmung. «Der Mietendeckel wird wieder so etwas wie Augenhöhe zwischen Vermietern und Mietern schaffen.» Für Berlins CDU-Fraktionschef Burkard Dregger deckelt das Gesetz nicht die Mieten, sondern den Wohnungsbau. Seine Fraktion werde vor das Verfassungsgericht ziehen. FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja nannte den Mietendeckel populistisch.

    Nach dem Gesetz dürfen Bestandsmieten gesenkt werden, wenn sie die in der Mietentabelle festgelegte Obergrenze um mehr als 20 Prozent überschreiten. Das gilt aber erst neun Monate nach Verkündung des Gesetzes. Ausgenommen von den Mietendeckel-Regelungen sind alle Neubauwohnungen, die ab dem 1. Januar 2014 bezugsfertig wurden.

    Kritiker halten den Mietendeckel nicht dafür geeignet, den Anstieg der Mieten zu verhindern und zur Entspannung auf dem Wohnungsmarkt beizutragen. Verbände aus der Wohnungsbau- und Immobilienwirtschaft werfen dem Senat vor, der Mietendeckel werde das Problem sogar noch verschärfen, weil Investoren abgeschreckt würden.

    Die Oppositionsparteien bemängeln zudem, der Mietendeckel werde nicht nur in der Praxis scheitern, sondern verstosse auch gegen die Verfassung. In dieser Frage sind allerdings eine Reihe von juristischen Gutachtern zu unterschiedlichen Einschätzungen gekommen. Unter anderem gilt als unsicher, ob ein Bundesland wie Berlin überhaupt ein solches Gesetz beschliessen kann. Lompscher bezeichnete den Mietendeckel als «juristisches Neuland». Auch im Regierungsbündnis war nicht zuletzt die Frage umstritten, ob und wie Mieten nicht nur gedeckelt, sondern auch gesenkt werden könnten.

    Darauf verlassen, dass die Mieten in den nächsten fünf Jahren tatsächlich nicht mehr erhöht werden, können sich die Berliner nicht: Entscheidend wird sein, wie die Gerichte urteilen. Lompscher sagte, der inhaltliche und juristische Streit sei nicht beendet.

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