Belarus feiert weltweit einzige Militärparade zum Kriegsende

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    Weissrussland,

    Trotz Warnungen der WHO aufgrund des Coronavirus hielt Belarus die weltweit einzige Militärparade zum 75. Jahrestag des Kriegsendes in Europa ab.

    Belarus
    Soldaten in historischen Uniformen marschieren während einer Militärparade zum 75. Tag des Sieges. Trotz Warnungen der WHO hält die Republik Belarus eine Militärparade zum 75. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Hitlerdeutschland ab. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Belarus (Weissrussland) feiert weltweit einzige Militärparade zum Kriegsende.
    • Trotz Warnungen der WHO wegen der Corona-Pandemie wollte der Präsident die Parade.

    Die Ex-Sowjetrepublik Belarus (Weissrussland) hat trotz der Corona-Pandemie als einziges Land weltweit eine riesige Militärparade zum 75. Jahrestag des Sieges über den Hitlerfaschismus gefeiert. «Der Feiertag ist uns heilig», sagte Präsident Alexander Lukaschenko am Samstag in Minsk.

    Er wandte sich in seiner Rede auch an Kritiker der Parade in Zeiten des lebensgefährlichen Coronavirus. «Wir können nicht anders», betonte er. Belarus sei das den Opfern des Zweiten Weltkrieges schuldig. «Sie alle wollten leben, aber starben, damit wir leben», sagte Lukaschenko.

    Tausende Soldaten ohne Schutzmaske

    «Das ist keine Demonstration der Stärke, sondern ein Gedenken an die heroische Geschichte», betonte der autoritär regierende Staatschef in Paradeuniform. Belarus gehörte zu jenen Ländern, die am meisten unter der Nazi-Herrschaft zu leiden hatten. In der Hauptstadt Minsk marschierten Tausende Soldaten ohne Virenschutz dicht an dicht durch das Zentrum, wie das Staatsfernsehen Belarus24.ru im Internet zeigte.

    Virus Outbreak
    Zum 75. Jahrestag des Kriegsendes in Europa hielt Belarus als weltweit einziges Land eine Militärparade ab. - keystone

    Auch der berühmte sowjetische Weltkriegs-Panzer T-34 fuhr durch die Stadt – neben anderem schweren Kriegsgerät, darunter moderne Raketen. Am Himmel flogen Hubschrauber und Kampfflugzeuge. Auf einer festlich geschmückten Tribüne sassen auch die mit Weltkriegsorden dekorierten Veteranen und ihre Angehörigen. Die wenigsten trugen Mund- und Nasenschutz gegen das auch in Belarus grassierende Virus.

    Tausende Zuschauer, darunter Kinder und ältere Menschen, verfolgten bei sonnigem Wetter und Orchestermusik die Parade vom Strassenrand aus. Neben Freude über den historischen Sieg gab es auch Tränen der Trauer um die Opfer. Den ganzen Tag waren in dem Land festliche Massenveranstaltungen geplant – trotz Warnungen auch der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einer Ausbreitung des Virus.

    Präsident Lukaschenko lässt Weissrussen normal weiterleben

    Insgesamt geht das Leben in dem Land zwischen dem EU-Mitglied Polen und Russland im Grunde weiter wie gewohnt. Lukaschenko hatte die Einschränkungen in anderen Ländern immer wieder als Panikmache bezeichnet. Sein Land komme gut zurecht mit der Versorgung von Kranken. Belarus lasse sich nicht unterkriegen, hatte er betont.

    Belarus
    Alexander Lukaschenko, Präsident von Belarus, Mitte, hält eine Rede bei der Militärparade zum 75, Tag des Sieges. - dpa

    Der 9. Mai ist in Belarus wie im Nachbarland Russland der wichtigste Feiertag. Lukaschenko erinnerte an die Opfer aus allen früheren Sowjetrepubliken, darunter auch an jene aus den baltischen Staaten Lettland, Litauen und Estland. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte die grösste Militärparade in seinem Land wegen der Gefahr durch das Virus auf einen späteren Zeitpunkt verlegt. Moskau hatte die Parade in Minsk als unvernünftig in diesen Zeiten kritisiert.

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