Der in Deutschland geprägte moderne Ausdruckstanz, die Flösserei und die Kultur des französischen Baguettes sind Kandidaten für die Aufnahme ins immaterielle Kulturerbe.
Tänzerinnen von Pina Bauschs Tanzkompanie
Tänzerinnen von Pina Bauschs Tanzkompanie - AFP
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Das Wichtigste in Kürze

  • Unesco tagt diese Woche in Rabat.

Die Unesco entscheidet in dieser Woche in Marokkos Hauptstadt Rabat, welche Bräuche, Ausdrucksformen und Fertigkeiten auf die Liste aufgenommen werden. Einziger Kandidat aus Deutschland ist der Moderne Tanz, der verschiedene Stile umfasst, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden sind.

Die Bewegung des Ausdruckstanzes habe die Tanzkunst auf der Bühne revolutioniert, betonen die Unterstützer. Deutschland unterstützt auch gemeinsam mit anderen europäischen Ländern die Kandidatur des Holztransports auf Wasserwegen, die im 19. Jahrhundert eine grosse Rolle gespielt hat, bevor die Eisenbahn für den Holztransport eingesetzt wurde. Zahlreiche Flösservereine pflegen die Tradition.

Frankreich hofft seinerseits auf die Aufnahme der Baguette-Kultur in die Liste des immateriellen Kulturerbes. Es seien nur vier Zutaten – Mehl, Wasser, Hefe, Salz – aber jeder Bäcker schaffe mit seiner Art des Knetens, des Gehenlassens des Teiges, dem Formen und Backen seine einzigartige Version des Stangenbrotes, heisst es in der Bewerbung.

Die Sitzung in Rabat dauert noch bis zum 3. Dezember. Die Neuaufnahmen sollen nach und nach per Twitter bekanntgegeben werden. Zu den Kandidaten zählen auch die chinesische Teezeremonie, die Kultur der bestickten Blusen in Moldau, die Kunst des Glockenläutens in Spanien und der scharfen Harissa-Sauce aus Tunesien.

Beim immateriellen Kulturerbe geht es immer um das Brauchtum oder das Handwerk, also nicht direkt um das Baguette oder die bestickte Bluse. Die Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes enthält bereits mehr als 500 Einträge aus Bereichen wie Tanz, Theater, Musik und Handwerk. Sie ergänzt seit 2008 die Welterbe-Liste der Unesco für Kultur- und Naturstätten. Deutschland hat das Abkommen 2013 ratifiziert.

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