Haft

    Anklage fordert 2352 Jahre Haft für Erdogan-Gegner Imamoglu

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    Keystone-SDA, Redaktion

    Türkei,

    Nach der Festnahme und Absetzung des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem Imamoglu hat die Staatsanwaltschaft bis zu 2352 Jahre Haft gefordert.

    Ekrem Imamoglu
    Ekrem Imamoglu wurde im März in Zusammenhang mit Korruptionsermittlungen verhaftet. (Archivbild) - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die türkische Staatsanwaltschaft fordert 2352 Jahre Haft für Erdogan-Gegner Imamoglu.
    • Dieser wurde vor knapp 8 Monaten als Bürgermeister von Istanbul abgesetzt und verhaftet.
    • Das Vorgehen gegen Imamoglu hatte zu grossen Protesten geführt.

    Knapp acht Monate nach der Festnahme und Absetzung des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem Imamoglu hat die Staatsanwaltschaft dem Staatssender TRT zufolge bis zu 2352 Jahre Haft für den populären Oppositionspolitiker gefordert.

    Die Anklage wirft dem Gegner von Präsident Recep Tayyip Erdogan unter anderem Gründung und Leitung einer kriminellen Vereinigung sowie Bestechung und Geldwäsche vor, wie die Istanbuler Staatsanwaltschaft mitteilte.

    Die Annahme der Anklageschrift durch das Gericht gilt als Formsache. Imamoglu ist ein aussichtsreicher Herausforderer von Präsident Erdogan.

    Der Sender CNN Türk berichtete, die Anklageschrift sei 3900 Seiten lang und umfasse insgesamt 402 Verdächtige. Ein Anwalt der Partei Imamoglus sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Anschuldigungen seien völlig haltlos. Er erwarte einen Freispruch am Ende des Verfahrens.

    Vorgehen gegen Imamoglu hatte Proteste ausgelöst

    Imamoglu war im März unter Terror- und Korruptionsvorwürfen festgenommen und als Bürgermeister abgesetzt worden. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

    Das Vorgehen gegen den populären Politiker hatte die grössten Proteste seit mehr als zehn Jahren in der Türkei ausgelöst. Imamoglu selbst bestreitet die Vorwürfe. Kritiker sehen das Vorgehen als gezielten Versuch der Regierung, die stärkste Oppositionspartei im Land auszuschalten.

    Erdogan Proteste
    Hunderttausende fordern in Istanbul die Freilassung von Ekrem İmamoğlu und protestieren gegen die Regierung von Präsident Erdogan. (Archivbild) - keystone

    Die Partei CHP war 2024 überraschend als landesweit stärkste Kraft aus den Kommunalwahlen hervorgegangen – was viele als mögliche Vorstufe zu einer Ablösung der AKP-Regierung von Präsident Erdogan deuteten.

    Verfolgst du das politische Geschehen in der Türkei?

    Seither steht die säkular ausgerichtete CHP unter Druck. Bisher wurden Hunderte ihrer Mitglieder festgenommen und 17 ihrer Bürgermeister verhaftet.

    Die Regierung weist Kritik an dem Vorgehen zurück und nennt die Justiz im Land unabhängig. Internationale Organisationen und auch die EU-Kommission stellen dies allerdings infrage.

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    Kommentare

    User #4803 (nicht angemeldet)

    Das "Autokraten-Karussell": Erdogan macht's wie Trump, Trump macht's wie Netanjahu, Netanjahu macht's wie Putin, Putin macht's wie Kim, usw.

    User #2586 (nicht angemeldet)

    Das gibts in den USA auch, wenn ein Täter z.B. 10mal lebenslänglich bekommt. Heisst aber nicht, dass er nicht früher sterben kann. Aber macht euch ruhig darüber lustig. Ich würde gerne Berset und die Taskforce 2000 Jahre im Bau sehen.

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