Anhebung der Minijob-Grenze könnte Arbeitsplätze kosten

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    Zum 1. Oktober soll die Verdienst-Obergrenze für Minijobs von 450 auf 520 Euro im Monat steigen - zeitgleich mit der Anhebung des Mindestlohns. Was die Gewerkschaften zu den Minijobs sagen.

    Die Verdienstgrenze für Minijobber wird angehoben - zeitgleich mit der Erhöhung des Mindestlohns am 1. Oktober. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn
    Die Verdienstgrenze für Minijobber wird angehoben - zeitgleich mit der Erhöhung des Mindestlohns am 1. Oktober. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Gewerkschaften haben die von der Ampel-Koalition für Anfang Oktober geplante Anhebung der Verdienst-Obergrenze für Minijobs kritisiert.

    Das Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Anja Piel sprach am Samstag (29. Januar) von einem riesen Fehler. Guido Zeitler, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), kritisierte, mit der Erhöhung der Verdienstgrenze für Minijobs von 450 auf 520 Euro bestehe die Gefahr, dass Minijobs immer mehr reguläre Arbeitsplätze verdrängen.

    Mehr Geld im Minijob

    Finanzminister Christian Lindner (FDP) dagegen sprach am Samstag auf Twitter von einer guten Nachricht für alle, die in einem Minijob arbeiten: «Das ist für viele fleissige Menschen wie Studierende oder Rentnerinnen und Rentner die Chance auf etwas mehr Netto.»

    Die Verdienst-Obergrenze für Minijobs soll am 1. Oktober von 450 auf 520 Euro im Monat steigen. Dies solle zeitgleich mit der Erhöhung des Mindestlohns auf zwölf Euro geschehen, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil den Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft (Samstag). «Das ist so in der Koalition vereinbart - und so machen wir's», sagte der SPD-Politiker.

    Piel erklärte, die Pandemie habe gezeigt: «Geringfügig Beschäftigte brauchen im Ernstfall sozialen Schutz vor Arbeitslosigkeit und Anspruch auf Krankengeld. Auch für die eigene Rente bringen Minijobs nichts. Daher muss für sie ausnahmslos die Rentenversicherungspflicht greifen. Der DGB will, dass hier der volle Sozialversicherungsbeitrag durch den Arbeitgeber übernommen wird. Arbeitnehmer können dann mit steigendem Bruttolohn schrittweise bis zur Parität an der Finanzierung beteiligt werden.» Die Koalition könne so Hürden für die Aufnahme versicherungspflichtiger Beschäftigung abbauen und verhindern, dass Minijobs weiterhin zur Teilzeit- und Armutsfalle für Frauen werden.

    Kein Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Kurzarbeitergeld

    Der NGG-Vorsitzende Zeitler kritisierte, Minijobs seien seit Jahren Teilzeitfalle vor allem für Frauen. Für sie sei Armut im Alter vorprogrammiert. Es sei beschäftigungspolitisch falsch, dass die Ampel die Minijobs nicht vom ersten Euro an sozialversicherungspflichtig machen wolle. «Minijobs müssen reguliert statt die Verdienstgrenze erhöht werden. Ja, sie gehören in dieser Form abgeschafft. Die Pandemie hat gezeigt, dass Menschen mit Minijobs ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Kurzarbeitergeld und ohne jegliches soziales Netz aus dem Arbeitsmarkt katapultiert worden sind. Mehr als eine halbe Million Arbeitsplätze mit Minijobs sind verloren, zum grossen Teil im Gastgewerbe.»

    Im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP heisst es zu Minijobs: Hürden, die eine Aufnahme versicherungspflichtiger Beschäftigung erschweren, sollten abgebaut werden. Künftig orientiert sich die Minijob-Grenze an einer Wochenarbeitszeit von zehn Stunden zu Mindestlohnbedingungen. Sie werde dementsprechend mit Anhebung des Mindestlohns auf 520 Euro erhöht. Weiter heisst es: «Gleichzeitig werden wir verhindern, dass Minijobs als Ersatz für reguläre Arbeitsverhältnisse missbraucht oder zur Teilzeitfalle insbesondere für Frauen werden.»

    Kommentare

    Weiterlesen

    KI
    22 Interaktionen
    Gefahr
    Campingfeuer Bella Italia
    12 Interaktionen
    «Fire!»

    MEHR IN NEWS

    Man muss die Eltern kritisieren, nicht die Kinder!
    157 Interaktionen
    Schweigepfad-Lärm
    Hotel Central Interlaken
    Nahost-Konflikt
    1 Interaktionen
    Berlin

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Oktoberfest 2026
    Rekord
    Oktoberfest
    Tragischer Unfall
    schokolade
    247 Interaktionen
    Wie geht das?
    Merz weidel
    122 Interaktionen
    Neue Umfrage