Algerien: Trotz Bouteflika-Rücktritt kein Ende der Proteste

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    Tränengas, Verletzte, Festnahmen: Auch nach dem Rücktritt von Langzeitherrscher Bouteflika kommt Algerien nicht zur Ruhe.

    Konfrontation: Demonstranten und Sicherheitskräfte bei einer Demonstration in Algier. Foto: Farouk Batiche
    Konfrontation: Demonstranten und Sicherheitskräfte bei einer Demonstration in Algier. Foto: Farouk Batiche - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Den achten Freitag in Folge sind Tausende Menschen in Algerien auf die Strassen gegangen, um gegen die Staatsführung zu protestieren.

    Trotz des Rücktritts des Langzeitpräsidenten Abdelaziz Bouteflika in der vergangenen Woche forderten die Menschen grundlegende demokratische Reformen.

    In der Hauptstadt Algier kam es zu Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Wasserwerfer ein.

    Nach Angaben der Generaldirektion für Nationale Sicherheit wurden 27 Polizisten verletzt, vier von ihnen schwer. 108 Menschen seien festgenommen worden. Die Behörde teilte mit, sie hätten Steine auf Polizisten geworfen und mehrere Polizeiautos beschädigt.

    Der prominente Oppositionelle Mustapha Bouchachi betonte auf einer Kundgebung am Freitag, dass die Forderungen der Demonstranten noch nicht erfüllt seien. «Das Volk ist eindeutig: Die aktuelle Übergangsphase muss von Männern und Frauen geleitet werden, die vom algerischen Volk akzeptiert werden.» 

    Anfang der Woche hatte das Parlament den 77 Jahre alten Abdelkader Bensalah zum Interimspräsidenten ernannt. Er gilt als Weggefährte des zurückgetretenen Präsidenten Bouteflika. Bensalah setzte eine Neuwahl des Präsidentenamts für den 4. Juli an.

    Die Menschen in Algerien protestieren gegen eine aus ihrer Sicht korrupte Wirtschafts- und Machtelite, die die Geschicke des Landes leite. Mehrere Millionen Menschen sind zeitweise im grössten afrikanischen Land auf die Strasse gegangen.

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