AfD-Vize im Landtag zeigt sich mit Russen-Tasse
Der AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider ist neuer Vize-Landtagspräsident in Sachsen-Anhalt. Im Wahlkampf sorgte er mit einer Russen-Tasse für Aufregung.

Das Wichtigste in Kürze
- Hans-Thomas Tillschneider (AfD) wird mit 44 Stimmen Vize-Landtagspräsident in Magdeburg.
- Im Wahlkampf sorgte seine Tasse mit dem Aufdruck «Armee Russlands» für Kritik.
- Er versteigerte die Tasse später als «gefährlichste Tasse Deutschlands».
Der AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider (48) ist neuer Vizepräsident des Landtags von Sachsen-Anhalt. Das Parlament in Magdeburg wählte ihn mit 44 Stimmen zum Stellvertreter von Landtagspräsident Tobias Rausch (35), ebenfalls AfD.
Im Wahlkampf hatte Tillschneider mit einer Tasse mit russischem Armee-Aufdruck für Aufsehen gesorgt, die in seinem Wahlkreisbüro in Querfurt stand. Das Gefäss trägt den Aufdruck «Armee Russlands». Ein «Bild»-Reporter entdeckte es bei einem Besuch im Büro in Querfurt.

Tillschneider erklärte, die Tasse sei lediglich ein Geschenk und bedeute ihm nichts. Kritiker sahen darin dagegen ein weiteres Indiz für die Russland-Nähe des einflussreichen AfD-Politikers. Später versteigerte er die Tasse als «gefährlichste Tasse Deutschlands».
Russland-Nähe ist kein neues Thema
Tillschneider fällt immer wieder mit prorussischen Positionen auf. Eine für 2022 geplante Reise mit weiteren AfD-Politikern in die russisch besetzte Ostukraine wurde nach Kritik der Parteiführung abgebrochen.
Seit Anfang 2023 schreibt er regelmässig Kolumnen für die Moskauer Wirtschaftszeitung «Wedomosti». Nach eigenen Angaben will er dem russischen Publikum zeigen, dass es in Deutschland Politiker gibt, die anders denken als die Regierung.
Zudem nahm er wiederholt an Empfängen der russischen Botschaft in Berlin teil.
Wer ist Tillschneider?
Der Islamwissenschaftler trat 2013 in die AfD ein. Er war Sprecher der inzwischen aufgelösten «Patriotischen Plattform» und gehörte dem ebenfalls aufgelösten «Flügel» um Björn Höcke an. Wegen seiner Nähe zu diesem Flügel stand er im Fokus der Sicherheitsbehörden.
Laut der «Bild» gilt er als Ideologe der AfD und hat das Regierungsprogramm der Partei massgeblich mitgeschrieben. Zum Islam vertritt er radikale Positionen. Tillschneider fordert eine «Eindämmungsstrategie» und ein Verbot von Minaretten.
Wahl mit offener Frage
Das neu gewählte Parlament trat mehr als vier Wochen nach der Landtagswahl in Magdeburg zu seiner ersten Sitzung zusammen. Der neue Landtagspräsident Tobias Rausch erhielt dabei vier Stimmen mehr, als er mit Unterstützung des BSW bekommen hätte, wie die «Bild» berichtet.

Das gleiche gilt für Tillschneider! Mit anderen Worten: Mindestens vier Abgeordnete anderer Fraktionen stimmten also ebenfalls für die beiden AfD-Politiker. Weil die Wahl geheim war, bleibt offen, woher diese Stimmen kamen.
















