AfD verlässt geschlossen die Debatte im Deutschen Bundestag

    Riccardo Schmidlin
    Riccardo Schmidlin

    Deutschland,

    Im deutschen Parlament kam es zum Eklat: Nach Vorwürfen des Rechtsradikalismus verliess die gesamte Fraktion der AfD eine Bundestags-Debatte.

    AfD-Abgeordnete verlassen den Plenarsaal während der Rede von Johannes Kahrs (SPD) bei der Generaldebatte im Deutschen Bundestag.
    AfD-Abgeordnete verlassen den Plenarsaal während der Rede von Johannes Kahrs (SPD) bei der Generaldebatte im Deutschen Bundestag. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die gesamte Fraktion der rechtspopulistischen AfD verliess geschlossen die Debatte.
    • Ein Sozialdemokrat bezeichnete sie zuvor als «rechtsradikal» und «hässlich».

    «Rechtsradikale im Parlament sind unappetitlich! Hass macht hässlich – schauen Sie mal in den Spiegel!» Mit diesen scharfen Worten attackierte Johannes Kahrs, Sprecher der deutschen Sozialdemokraten, die Abgeordneten der rechtspopulistischen AfD.

    Johannes Kahrs (SPD) spricht bei der Generaldebatte im Deutschen Bundestag.
    Johannes Kahrs (SPD) spricht bei der Generaldebatte im Deutschen Bundestag. - dpa

    Die gesamte Fraktion verliess gemäss «Bild» darauf die Generaldebatte im Deutschen Bundestag vorläufig. Der Vizepräsident des Parlaments warnte den Sprecher für seinen Tonfall: «Ich glaube nicht, dass es zielführend ist, wenn wir eine solche Aggressivität in dieses hohe Haus bringen«, so Hans-Peter Friedrich. SPD-Politiker solidarisierten sich mit dem Kollegen Kahrs.

    Die Fraktion der AfD verlässt nach einem Angriff das Parlament.

    Nach den verbalen Entgleisungen gegenüber der AfD kamen die Abgeordneten zurück in den Sitzungssaal. Die Partei hatte zuvor selbst während einer Rede provoziert. Sie kritisierte, dass bei der Chemnitz-Diskussion der Fokus auf den Rechtsextremismus und nicht auf die Gewalt durch Migranten gelegt wird. Ein Grossteil – bis auf die Hitlergruss-Zeiger – seien «ganz normale Bürger», so Alexander Gauland, Fraktionschef der AfD. Er warf Angela Merkel «Fake News» vor: es habe keine «Hetzjagden» auf Migranten in Chemnitz (D) gegeben.

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