Der Messaging-Dienst Slack hatte sich die Lancierung einer neuen Funktion wohl anders vorgestellt. Denn noch am selben Tag wurde sie schon wieder deaktiviert.
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Die neue Funktion von Slack wurde für Hassbotschaften missbraucht. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Mittwoch brachte der Messaging-Dienst Slack eine neue Funktion.
  • Neu können bezahlte Nutzer auch Nutzern ausserhalb ihrer Gruppen direkt texten .
  • Doch die Funktion wurde schnell missbraucht und danach wieder deaktiviert.

Am Mittwoch konnten bezahlte Slack-Nutzer jedem anderen Nutzer, auch solchen ausserhalb der eigenen Gruppen, eine direkte Nachricht schicken. Dazu brauchte man nur dessen Email-Adresse zu kennen. Eine neu eingeführte Funktion namens «Slack Connect» machte dies möglich.

Doch schnell stellte sich heraus, dass man die Möglichkeit mit der dafür gemachten Einladungsnachricht missbrauchen kann. Noch am Mittwoch wurde die Funktion deshalb vom Anbieter wieder deaktiviert.

Für Hassbotschaften missbraucht

Denn wie «t3n» berichtet, kamen Beschwerden über Missbrauch auf. Demnach konnten sich die Empfänger einer Chat-Einladung nicht gegen missbräuchliche Einladungen wehren.

Infolgedessen konnten zahlreiche Hassbotschaften verkleidet als Chat-Einladung verschickt werden.

Slack deaktiviert neue Funktion

Die Rezipienten hatten daraufhin nicht die Möglichkeit, den Absender allein zu blockieren. Dies, da die Nachrichten über Slacks «feedback@slack.com»-Adresse weitergeleitet wurden. Somit würden auch andere Nachrichten des Messaging-Diensts selbst oder Freunden blockiert werden.

So kam es noch am selben Tag zur vorzeitigen Deaktivierung der neuen Funktion. Die Nachricht soll nach Überarbeitung dann nicht mehr selbst geschrieben werden können.

Gründer und Chef Stewart Butterfield betonte, dass die Einführung der Funktion zu mehr Sicherheit in der Bürokommunikation führen solle. Aktuell wichen Mitarbeiter der Einfachheit halber oft auf Chatdienste aus – und ihre Kommunikation entziehe sich damit dem Firmen-Netzwerk. Slack arbeite aktuell auch an verifizierten Accounts – vergleichbar mit den Häkchen bei Twitter.

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