Die EU-Kommission sagte dem Kabelsalat den Kampf an: Europäische Nutzer sollen in Zukunft nur noch ein Kabel zum Laden von Handys oder Tablets brauchen.
USB C
Ein USB-C-Kabel. USB-C-Anschlüsse sollen europaweit zur Norm werden. - Pixabay

Das Wichtigste in Kürze

  • In Europa sollen Ladebuchsen künftig nur noch über USB-C laufen.
  • Das gilt für Smartphones, Tablets, Kopfhörer, kabellose Lautsprecher usw.
  • Bis die Norm eintritt, kann es aber noch eine Zeit dauern.

Die Brüsseler Behörde hat am Donnerstag einen Gesetzesvorschlag vorgelegt, nach dem die Ladebuchsen in Elektrogeräten vereinheitlicht werden sollen.

Standard soll der USB-C-Anschluss werden, denn schon heute viele Firmen wie Samsung und Motorola verbauen. Vor allem für Apple mit seinem hauseigenen Lightning-Anschluss wäre die Vereinheitlichung ein Ärgernis.

«Die europäischen Verbraucher haben sich genug über inkompatible Ladegeräte, die sich in ihren Schubladen anhäufen, geärgert», sagte EU-Kommissionsvize Margrethe Vestager. Zugleich profitiere die Umwelt von einer Vereinheitlichung der Ladebuchsen, weil deutlich weniger Elektroschrott entstehe. Verbraucher sollen durch den Vorschlag der EU-Kommission 250 Millionen Euro im Jahr sparen.

Mit ihrem Vorstoss setzt die Behörde der freiwilligen Kooperation mit der Industrie nach jahrelangem Zögern ein Ende. Schon 2009 einigten sich 14 Handy-Hersteller auf Druck der EU-Kommission auf einen einheitlichen Standard für Netzteile. Darunter zählte sich auch der Tech-Gigant Apple.

Der USB-C-Anschluss soll der Standard für Netzteile werden

Bei den Buchsen in Smartphones und Tablet-Computern blieben von einst mehreren Dutzend Typen noch drei übrig: Das inzwischen veraltete Micro-USB, das neuere USB-C und die dünneren Lightning-Anschlüsse von Apple.

Die USB-C-Buchsen sollen dem Kommissionsvorschlag zufolge in Smartphones, Tablets, Kameras, Kopfhörern, tragbaren Lautsprechern und Hand-Konsolen Standard werden. Ausserdem schlägt die Behörde vor, dass Konsumenten neue Geräte in Zukunft ohne Ladegerät kaufen können müssen. Schliesslich liegen in den meisten Haushalten ohnehin Netzteile herum. Auch soll die Schnelllade-Technologie in allen Geräten vereinheitlicht werden.

Bis all dies Realität ist, dürfte es noch dauern. Zunächst müssen EU-Parlament und EU-Staaten darüber verhandeln. Anschliessend müssen die neuen Regeln in nationales Recht umgewandelt werden. Den Herstellern muss dann eine Übergangszeit von zwei Jahren gewährt werden.

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