Zehntausende demonstrieren in Hongkong

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    Trotz Vermummungsverbot und Einschränkungen im Nahverkehr kann die Regierung in Hongkong die Proteste nicht abwürgen.

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    Seit mehr als fünf Monaten demonstrieren die Menschen in Hongkong. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Trotz eines Polizeiverbots haben in Hongkong wieder Zehntausende Menschen gegen die Regierung protestiert.
    • Die Demonstrationen verliefen jedoch nicht nur friedlich.
    • Auch radikale Aktivisten gingen auf die Strasse.

    Während Demonstranten am Sonntag in einem langen Marsch friedlich durch den zentralen Stadtteil Kowloon zogen, gingen radikale Aktivisten auf einen Zerstörungszug durch die Stadt. Sie blockierten in der chinesischen Sonderverwaltungszone Strassen, warfen Brandsätze und verwüsteten Geschäfte sowie die Eingänge von U-Bahn-Stationen. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein.

    Regierungschefin soll zurücktreten

    Gleichzeitig sangen friedliche Demonstranten die Hymne der Protestbewegung und forderten die Regierung dazu auf, alle ihre Forderungen zu erfüllen. Dazu gehören ein Rücktritt von Regierungschefin Carrie Lam, eine Untersuchung der Polizeigewalt und freie Wahlen. Auch protestierten sie gegen mehrere Angriffe auf Anhänger ihrer Bewegung.

    carrie lam
    Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam - AFP

    Jimmy Shan, einer der Organisatoren der Märsche, wurde vergangene Woche in ein Krankenhaus eingeliefert, nachdem er von Männern auf der Strasse zusammengeschlagen worden war. Am Samstag wurde zudem ein 19 Jahre alter Protestanhänger mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt.

    Die seit dem 9. Juni andauernden Proteste hatten zuletzt etwas an Fahrt verloren, nachdem die Regierung ein Vermummungsverbot verhängt hatte. Ausserdem wurde der U-Bahn-Verkehr eingeschränkt. Das macht es für Demonstranten schwieriger, sich in der Stadt zu bewegen.

    Mit Ende der Demonstrationen ist nicht zu rechnen

    Der erneut grosse Protest am Sonntag zeigt jedoch, dass mit einem baldigen Ende der Demonstrationen in der chinesischen Sonderverwaltungszone nicht zu rechnen ist. Vandalismus und Zusammenstösse zwischen Polizisten und Demonstranten sind vor allem an Wochenenden zur Normalität geworden.

    Hong Kong Protests
    Demonstranten mit der US-Flagge. (AP Photo/Vincent Yu) - keystone

    Erneut waren viele Demonstranten mit US-Flaggen zu sehen. Die Annahme eines Gesetzentwurfs im US-Abgeordnetenhaus zur Unterstützung der Demokratiebewegung in Hongkong hatte vergangene Woche schwere Spannungen zwischen China und den USA ausgelöst. Der Entwurf schreibt wirtschaftliche Sanktionen vor, wenn die Autonomie Hongkongs untergraben wird. Er sieht ferner Strafmassnahmen gegen Politiker vor, die Freiheitsrechte von Hongkongern verletzt haben.

    Der Entwurf muss noch im US-Senat verabschiedet werden. Aber er findet grosse Unterstützung bei Republikanern und Demokraten. Am Ende müsste auch US-Präsident Donald Trump das Gesetz noch unterzeichnen.

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