Zahl der Piratenangriffe auf niedrigstem Stand seit 1992
Die Zahl der Piratenangriffe auf See ist auf den niedrigsten Stand seit 1992 gefallen. 38 Angriffe von Piraten zählte das Internationale Schifffahrtsbüro (IMB) mit Sitz in London im ersten Halbjahr 2026. Zum Vergleich: Vergangenes Jahr waren es im gleichen Zeitraum 90.

Oliver Wieck, Generalsekretär des deutschen Ablegers der Internationalen Handelskammer, ICC Germany, spricht von einem historischen Rückgang. «Er darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Bedrohung weiterhin besteht».
Laut Bericht enterten die Piraten 27 Schiffe und entführten fünf. In drei Fällen wurden Angriffe mit Schusswaffen verübt, in drei weiteren blieb es bei Versuchen. Insgesamt nahmen die Piraten 67 Besatzungsmitglieder als Geiseln. Eine Person wurde verletzt.
Das IMB gehört zur Internationalen Handelskammer und fungiert als zentrale Meldestelle für alle Vorfälle von Seepiraterie.
Sorge bereite dem IMB die Entwicklung in Somalia. Vier der fünf gemeldeten Schiffsentführungen gingen demnach auf das Konto somalischer Piraten.
Die meisten Vorfälle wurden erneut in der vielbefahrenen Strasse von Singapur registriert. Die Sicherheitslage hat sich laut IMB dort jedoch deutlich verbessert: Von Januar bis Juni wurden insgesamt 12 Vorfälle gemeldet – im selben Zeitraum des Jahres 2025 waren es mit 57 Vorfällen nahezu fünfmal so viele. Nach älteren Angaben des Schifffahrtsbüros entfällt auf die Meerenge, die zwischen Singapur und Indonesien liegt, etwa ein Drittel der weltweiten Handelsströme.






