Der von Argentinien unverändert erhobene Anspruch auf die Falklandinseln verhindert nach Ansicht eines britischen Veteranen, dass Zeitzeugen mit dem Krieg vor 40 Jahren abschliessen können. «Die Erinnerung an den Krieg ist konstant, man begegnet ihr fast jeden Tag. Man entkommt ihr nicht», sagte Chris Locke vom Veteranenverband Royal British Legion der Deutschen Presse-Agentur in der Inselhauptstadt Stanley. «Es wird lange dauern, bis die Erinnerungen von Zivilisten, die während der Besatzung hier waren, und von Veteranen schwinden.»
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40 Jahre nach Ende des Falkland-Kriegs will Argentinien mit Grossbritannien über die Souveränität der Inselgruppe im Südatlantik verhandeln. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/EPA/JAVIER LIZON

Das Wichtigste in Kürze

  • Locke sagte, auch Zivilisten, die die Invasion erlebt haben, litten an posttraumatischer Belastungsstörung (PTSD).

«Dieses Gedenken hat viele Erinnerungen für viele Falkländer wieder hochgebracht.» Der 40. Jahrestag sei daher auch als «krummes» Jubiläum ein wichtiges Datum. «Die Veteranen werden älter, manche werden es nicht zum 50. Jahrestag schaffen», sagte Locke. Das Gedenken unter dem Motto «Looking forward at 40» (in etwa: Mit 40 nach vorne schauen) schlage eine Brücke zwischen dem Krieg und der Entwicklung, die das britische Überseegebiet seitdem genommen habe.

«Der Krieg war ein Wendepunkt für die Inseln», sagte der Veteran, der den Krieg 1982 auf einem Marinetanker erlebt hat. Die Falklandinseln erhielten eine lange Landebahn und wurden dadurch an den Rest der Welt angeschlossen. Zuvor war nur eine Anreise per Schiff möglich. Ausserdem wurde eine Exklusive Wirtschaftszone mit Radius von 200 Meilen eingerichtet, damit erhöhten sich die Einnahmen durch Fischfang erheblich.

Auch für die britische Marine sei der Krieg einschneidend gewesen, sagte Locke. Die Bauweise der Schiffe sei geändert und kein Aluminium, das bei Brand schmolz, mehr genutzt worden. Ausserdem habe man Sicherheitsvorrichtungen und Selbstverteidigung verbessert. Auch seien keine ausländischen Besatzungen mehr eingestellt worden. Im Krieg waren mehrere Hongkonger gestorben, die als Teil der Crew auf Navy-Schiffen arbeiteten.

Locke ist einer der wenigen Veteranen, die sich auf den Inseln niedergelassen haben. «Es sind Tausende, die nie wiedergekommen sind, um sich das Land in friedlichem Zustand anzuschauen», sagte er. Doch es gebe auch Beispiele, dass Veteranen mit posttraumatischer Belastungsstörung sich nach einem Besuch ruhiger fühlten.

Locke wohnt seit rund zehn Jahren auf den Inseln. Bis zu seiner Pensionierung arbeitete er einige Jahre als Hafenmeister von Stanley. «Es hat mich zum Besseren geändert», erzählte er. In seinem Job habe er einige Verbesserungen für die Sicherheit der Fischer eingeleitet. Ohne den Krieg wäre dies nie passiert. «Vielleicht war das mein von Gott gewolltes Schicksal», sagte der gläubige Christ.

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