UN-Generalsekretär: Zweistaatenlösung droht «plattgewalzt zu werden»
Kurz vor Beginn der Parlamentswahl in Israel hat der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, gewarnt, die Zweistaatenlösung laufe Gefahr, «plattgewalzt zu werden». Es gebe keine tragfähigen Alternativen zu der Zweistaatenlösung, betonte Guterres bei einem Besuch in der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Gemeint ist, dass Israel und ein unabhängiger Palästinenserstaat friedlich Seite an Seite existieren.

Guterres verurteilte bei einer Rede an der Universität Kairo erneut den Krieg im Gazastreifen und die Terroranschläge der Hamas vom 7. Oktober 2023. «Nichts kann dies rechtfertigen. Aber nichts kann auch rechtfertigen, was danach für die Palästinenser in Gaza folgte. Das Ausmass und die Intensität der Tötungen sowie das schiere Ausmass der Zerstörung in einem so dicht besiedelten und begrenzten Gebiet sind mit nichts zu vergleichen, was ich in meinen Jahren als Generalsekretär erlebt habe.» Palästinenser seien in erschütternder Zahl von israelischen Streitkräften getötet worden. Ihnen seien medizinische Versorgung, Obdach und die Grundbedürfnisse des Lebens verwehrt worden, sagte Guterres weiter.
Offiziell gilt seit Oktober vergangenen Jahres eine Waffenruhe im Gazastreifen. Dennoch kommt es immer wieder zu israelischen Angriffen und bewaffneten Zwischenfällen. Seit Beginn der Waffenruhe sind nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde mehr als 1.500 Menschen getötet worden. Bei vielen davon handelte es sich um unbeteiligte Zivilisten.
Der von den USA im Herbst 2025 vorgestellte und vom UN-Sicherheitsrat gebilligte Friedensplan für den Gaza-Konflikt müsse vollumfänglich umgesetzt werden. «Nun erleben wir zahlreiche Schwierigkeiten bei der Umsetzung dieses Plans, viel Widerstand, insbesondere von Israel, aber auch von anderen Seiten», sagte Guterres.










