Streit zwischen Iran und USA: Wer kontrolliert die Strasse von Hormus?
Die USA und der Iran streiten weiter um die Strasse von Hormus. Centcom sagt, die USA kontrollierten die Meerenge «eindeutig». Der Iran widerspricht.

Die USA und der Iran streiten weiter darüber, wer die Strasse von Hormus kontrolliert. «Die Vereinigten Staaten und ihre regionalen Partner kontrollieren die Meerenge eindeutig», teilte das für die Region zuständige US-Regionalkommando Centcom in der Nacht auf der Plattform X mit.
Das US-Militär widersprach damit Äusserungen der iranischen Revolutionsgarden, die zuvor erklärt hatten, die Meerenge bleibe geschlossen und unter ihrer Kontrolle, zudem würden einige durch Sprengungen geschaffene «illegale Routen bald blockiert» werden.
Die an ihrer engsten Stelle nur 35 bis 40 Kilometer breite Meerenge ist im Iran-Krieg zum zentralen Konfliktpunkt zwischen dem Iran und den USA geworden. Der Iran blockiert seit Beginn des Krieges Ende Februar mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr durch die für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtige Meerenge weitestgehend.
Gegenseitig Schiffe angegriffen
Auch das US-Militär hatte zivile iranische Schiffe attackiert und eine Seeblockade gegen Schiffe verhängt, die iranische Häfen verlassen oder ansteuern wollen. Da die Meerenge ein Nadelöhr für den internationalen Energiehandel ist, stiegen in Folge die Ölpreise weltweit.
Centcom teilte weiter mit, der Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus fliesse, transportiert würden Handelsgüter und Energielieferungen, darunter 20 Millionen Barrel Rohöl. Das würde ungefähr dem Vorkriegsniveau entsprechen. Laut Analysten wurden vor dem Krieg knapp 19 Millionen Barrel Öl täglich durch die Meerenge transportiert.
Den Anstieg der Energielieferungen seit Ende Juli führten Experten unter anderem auf einen Ausbau einer sogenannten «Shuttle-Flotte» zurück: Tanker, die von der US-Marine geschützt in der Meerenge hin- und herfahren und so Öl von Verladestationen im Persischen Golf an wartende Tanker ausserhalb bringen. Allerdings wurden auch in den vergangenen Tagen immer wieder Angriffe auf Schiffe in der Meerenge gemeldet.






