Stichwahl entscheidet über künftigen Staatschef in Liberia

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    Trotz reicher Bodenschätze gehört Liberia zu den ärmsten Ländern der Welt. Ein Bürgerkrieg wirft lange Schatten – der von einem Ex-Fussballstar geführten Regierung wird Korruption vorgeworfen.

    Amtsinhaber George Weah liegt mit einer hauchdünnen Mehrheit vor Herausforderer Joseph Boakai.
    Amtsinhaber George Weah liegt mit einer hauchdünnen Mehrheit vor Herausforderer Joseph Boakai. - Christophe Ena/AP/dpa

    Im westafrikanischen Liberia kommt es zu einer Stichwahl zwischen Präsident und Ex-Weltfussballer George Weah sowie dessen Herausforderer Joseph Boakai.

    Amtsinhaber Weah lag gestern nach Auszählung aller Stimmen mit einer hauchdünnen Mehrheit von 43,83 Prozent vor Boakai mit 43,44 Prozent, wie die Wahlkommission in der Hauptstadt Monrovia mitteilte. Da kein Bewerber die absolute Mehrheit erhielt, wurde für den 14. November eine Stichwahl zwischen den beiden stimmenstärksten Kandidaten angesetzt.

    Die Wahlbeteiligung habe mit fast 79 Prozent der mehr als 2,4 Millionen registrierten Wählerinnen und Wähler einen Rekord erreicht, teilte die Wahlkommission weiter mit. Bei der Wahl am 10. Oktober waren 20 Kandidaten angetreten. Nach Angaben der Behörde waren rund 10.000 nationale und internationale Wahlbeobachter im Einsatz. Neun Wahlhelfer seien von der Polizei festgenommen worden, weil ihnen Regelverstösse bei der Auszählung vorgeworfen wurden.

    Korruptionsskandale überschatten Wahl

    Schon 2017 war es zu einer Stichwahl zwischen Weah von der Koalition für Demokratischen Wechsel (CDC) und Boakai von der Partei für Einheit (UP) gekommen. Boakei ging damals als Vizepräsident der scheidenden Präsidentin und Friedensnobelpreisträgerin Ellen Johnson-Sirleaf ins Rennen. Weah siegte – und hofft nun auf eine zweite Amtszeit. Die Regierung des früheren Fussballstars, der für Spitzenclubs wie Paris Saint-Germain, AC Mailand und den FC Chelsea spielte, wird allerdings mit mehreren Korruptionsskandalen in Verbindung gebracht.

    Der Küstenstaat am Atlantik gehört trotz reicher Bodenschätze zu den ärmsten Ländern der Welt. Neben wirtschaftlichen Problemen bewegen vor allem Korruption und die schleppende Aufarbeitung der früheren Bürgerkriegsverbrechen viele Liberianer. Zwischen 1989 und 2003 wurden rund 250.000 Menschen getötet. Die meisten Kriegsverbrecher blieben straffrei.

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