Der russische Präsident Wladimir Putin kritisiert das vom Westen hinterlassene Chaos in Afghanistan. Der unüberlegte Abzug habe die Terrorgefahr erhöht.
Putin
Laut Putin hinterlässt der Westen Chaos und Terrorgefahr in Afghanistan. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Putin kritisiert den Abzug des Westens aus Afghanistan.
  • Es bestehe ein Chaos und eine Terrorbedrohung für andere Länder.
  • Zudem haben Nato-Truppen tonnenweise Kriegsmaterial für die Taliban hinterlassen.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat dem Westen vorgeworfen, Chaos in Afghanistan hinterlassen zu haben. Zudem habe der Westen eine grosse Terrorbedrohung für andere Länder verursacht.

«Es gibt die Gefahr, dass Terroristen, die in Afghanistan Zuflucht gefunden haben, das von unseren westlichen Partnern hinterlassene Chaos nutzen.» So Putin am Dienstag in Moskau. Terroristen könnten in den Nachbarländern für eine Eskalation der Lage sorgen.

US-Soldaten in Afghanistan
US-Marines am Flughafen von Kabul. (Archivbild) - Keystone

«Das ist eine direkte Bedrohung für unsere Verbündeten und für unser Land.» Dies sagte Putin mit Blick auf Tadschikistan und Usbekistan, direkte Nachbarn Afghanistans.

Es bestehe die Gefahr, dass der Drogenschmuggel und die illegale Migration zunehmen, meinte er vor der Parlamentswahl am 19. September. «Das sind alles Bedrohungen für uns. Sie sind absolut real.»

Terroristen könnten im Ausland Zuflucht finden

Putin hatte zuletzt mehrfach davor gewarnt, dass Terroristen aus Afghanistan unter dem Deckmantel politischen Asyls im Ausland Zuflucht suchen könnten. Zugleich betonte er, dass sich Russland nicht noch einmal in den Konflikt hineinziehen lasse.

«Die Sowjetunion hat ihre Erfahrung mit dem Aufenthalt in diesem Land gemacht. Wir haben die nötigen Schlüsse daraus gezogen.» Moskau hatte von 1979 bis 1989 eine international kritisierte Militärinvention in Afghanistan geführt. Tausende Sowjetsoldaten starben.

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu kritisierte, dass die Taliban nun die Kontrolle über eine «grosse Zahl an Waffen» der Nato-Truppen hätten. Besorgt zeigte er sich auch wegen des Drogenschmuggels.

Mohnfelder
Mohnfelder in Afghanistan. (Archivbild) - Keystone

«93 Prozent des Heroins auf der Welt ist afghanisches», sagte er. Das sei eine Gefahr. Russland habe gehofft, dass die USA und ihre Verbündeten das Problem in den Griff bekämen. «Aber die Plantagen haben um das Hundertfache zugenommen», meinte Schoigu.

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