Potenzmittel: Chinese will über 2000 Ameisen schmuggeln

    Elena Hatebur
    Elena Hatebur

    Kenia,

    Über 2000 Ameisen, offenbar als Potenzmittel gedacht: Am Flughafen von Nairobi decken Behörden einen skurrilen Fall von mutmasslichem Wildtierhandel auf.

    Ameisen Gepäck
    Die Behörden am Flughafen von Nairobi staunten nicht schlecht, als sie über 200 lebende Ameisen im Gepäck eines Chinesen entdeckten. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein Chinese versuchte, rund 2000 Ameisen über den Flughafen von Nairobi zu schmuggeln.
    • Die Art der Ameisen gilt in China als Mittel, das sexuell stimulierend wirken soll.
    • Der Chinese sowie sein mutmasslicher Zulieferer müssen sich nun vor Gericht verantworten.

    Was Zollbeamte am Flughafen von Nairobi entdeckten, wirkt auf den ersten Blick wie eine Szene aus einem Film.

    Tausende lebende Ameisen, sorgfältig verstaut in Reagenzgläsern und sogar in leeren Klopapierrollen, wurden beinahe über die Grenze geschmuggelt.

    Hinter dem ungewöhnlichen Fund steckt jedoch ein mutmasslicher Fall von illegalem Wildtierhandel, wie die Nachrichtenagentur «AP News» berichtet.

    Ameisen gelten als Potenzmittel

    Vor einer Woche kontrollierten die Behörden am Flughafen von Nairobi einen Chinesen – und stiessen dabei auf über 2200 Ameisen. Darunter befanden sich offenbar 1948 Tiere der Art «Messor cephalotes».

    In China gelten diese Ameisen als Aphrodisiakum, also als Mittel, das die Libido steigern soll.

    Nur wenige Tage später folgte der nächste Zugriff: Im kenianischen Rift Valley wurde ein mutmasslicher Verkäufer festgenommen. Auch er hatte über 1100 lebende Ameisen bei sich.

    Lieferungen für umgerechnet 364 und 424 Franken

    Am Dienstag mussten sich die beiden Männer vor einem Gericht in Nairobi verantworten.

    Ihnen wird illegaler Handel mit geschützten Tierarten vorgeworfen. Laut Anklage verfügten sie nicht über die nötigen Genehmigungen, um die Ameisen zu sammeln, zu transportieren oder zu verkaufen.

    Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Chinese Zhang K.* seine Tiere vom Kenianer Charles M.* bezogen hat. Für eine erste Lieferung von 600 Ameisen soll er rund 364 Franken bezahlt haben.

    Für eine zweite Lieferung von 700 Ameisen soll Zhang K. weitere 424 Franken erhalten haben.

    Beschuldigte bestreiten Vorwürfe

    Die beiden Männer weisen die Vorwürfe zurück und plädieren auf Unschuld.

    David Lusweti, der Anwalt von Zhang K., gab gegenüber «AP News» an: Sein Mandant habe nicht gewusst, dass er gegen das Gesetz verstosse.

    Wusstest du, dass solche Ameisen in China als Potenzmittel gelten?

    Lusweti sagte: «Sie haben das Potenzial erkannt, diese Tiere ins Ausland zu verkaufen, und glauben, dass sie davon leben können.»

    Auf dem Schwarzmarkt erzielen die Ameisen Preise von rund 90 Franken pro Tier. In Kenia wird illegaler Handel mit Wildtieren streng geahndet und kann mit einer Gefängnisstrafe bestraft werden.

    * Name der Redaktion bekannt

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