Pakistan verbietet umstrittene «Jungfräulichkeitstests»

    Keystone-SDA
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    Pakistan,

    Pakistan hat eine umstrittene und unwissenschaftliche Praxis zur angeblichen Überprüfung der Jungfräulichkeit von Frauen verboten.

    Justitia
    Justitia - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die umstrittenen «Jungfräulichkeitstests» wurden in Pakistan verboten.
    • Die sogenannten «Zwei-Finger-Tests» verstossen gegen die Verfassung.

    Die sogenannten «Zwei-Finger-Tests» seien illegal und verstiessen gegen die pakistanische Verfassung, teilte das Hohe Gericht in der östlichen Stadt Lahore am Montag mit.

    Bei der invasiven Praxis überprüfen Ärztinnen etwa bei Vergewaltigungsopfern, ob das Jungfernhäutchen der Mädchen oder Frauen intakt ist.

    Die Tests, die seit Jahrzehnten durchgeführt wurden, haben nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) keine wissenschaftliche oder klinische Grundlage.

    Seit zwei Jahren fordern die UN ein Ende der sogenannten «Jungfräulichkeitstests». Die Tests verstärken Menschenrechtlern zufolge die Ungleichheit der Geschlechter.

    Das Aussehen des Jungfernhäutchens von Mädchen oder Frauen könne nicht beweisen, ob sie Geschlechtsverkehr hatten oder sexuell aktiv sind, erklärten die UN. Die Untersuchung könne zudem schmerzhaft, erniedrigend und traumatisch sein. Auch das Gericht folgte dieser Argumentation.

    «Jungfräulichkeitstests» gelten als Menschenrechtsverletzung

    In Pakistan hatten Menschenrechtler im März eine Petition gestartet, um der Praxis ein Ende zu setzen. Das Ministerium für Recht und Justiz hatte im Oktober bereits empfohlen, dass die Tests nicht Bestandteil von Strafermittlung sein sollen.

    Sogenannte «Jungfräulichkeitstests» gelten international als Menschenrechtsverletzung. Sie sind gemäss Artikel 7 des Pakts über bürgerliche und politische Rechte sowie Artikel 16 der Konvention gegen Folter geächtet. Beide Verträge hat Pakistan ratifiziert.

    Im Dezember wurden in Pakistan auch Gesetzesverschärfungen für Vergewaltiger beschlossen. Sexualstraftätern drohen künftig in besonders schweren Fällen von Vergewaltigung oder Kindesmissbrauch chemische Kastration oder die Todesstrafe. Die Neuregelungen werden als Reaktion auf mehrere Sexualverbrechen gesehen, die in dem südasiatischen Land zu Empörung geführt hatten.

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