Erdbeben

    Myanmar: Schweres Erdbeben fordert mindestens 144 Todesopfer

    Simon Ulrich
    Simon Ulrich, Keystone-SDA

    Thailand,

    Ein schweres Erdbeben hat am frühen Nachmittag (Ortszeit) Südostasien erschüttert. Unter anderem wurde die thailändische Hauptstadt Bangkok getroffen.

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    Aufnahmen während des Bebens in Bangkok. - Instagram / @samzacktyler

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Myanmar ereignete sich ein Erdbeben mit einer Stärke zwischen 7,6 und 7,7.
    • In dem Ort Aung Ban im Landesinneren stürzte ein Hotel ein.
    • Auch Thailands Hauptstadt Bangkok ist betroffen.

    Ein starkes Erdbeben hat mehrere Länder Südostasiens erschüttert und grosse Schäden angerichtet sowie Todesfälle verursacht. In Myanmar, wo das Epizentrum lag, veröffentlicht die Militärjunta am Freitagnachmittag (Schweizer Zeit) eine Zwischenbilanz.

    Gemäss den Angaben kamen 144 Menschen ums Leben – 732 wurden verletzt. Dies gab die Junta im staatlichen Fernsehen bekannt.

    Die Nachrichtenseite Mizzima berichtete unter Berufung auf Hilfsorganisationen und lokale Quellen zunächst von mindestens 21 Toten. Es werde mit weiteren Todesopfern gerechnet, hiesst es

    Mutter verliert ihr Kind

    Die «Sun» berichtet etwa von einer Mutter aus Mandalay, deren dreijährige Tochter dem Erdbeben zum Opfer fiel.

    Die beiden hielten sich im Haus auf, als das Beben zuschlug. «Sobald es losging, rannte ich die Treppe hinunter, aber ich schaffte es nicht rechtzeitig», so die 45-Jährige.

    «Ich habe versucht, zu ihr zu rennen, aber bevor ich dazu kam, fielen auch auf mich Ziegelsteine.»

    Auch aus Thailand gab es Berichte über Todesfälle. Zu spüren war das Beben unter anderem in Thailands Hauptstadt Bangkok, aber auch in Teilen Indiens, Chinas und in Vietnams Hauptstadt Hanoi.

    In Thailand wurden bis zum späten Abend (Ortszeit) drei Todesfälle offiziell bestätigt.

    Militärjunta ruft für sechs Regionen den Notstand aus

    Die herrschende Militärjunta rief in mehreren Regionen Myanmars den Notstand aus. Im ehemaligen Birma stürzten als Folge der heftigen Erdstösse unter anderem eine Moschee und ein Kloster ein.

    Das Rote Kreuz in Myanmar spricht von verheerenden Schäden. Es bestehe grosse Sorge, dass Dämme am Fluss Irrawaddy beschädigt worden sein und brechen könnten.

    Myanmar
    In der Stadt Mandalay in Myanmar sind infolge des Erdbebens Dutzende Gebäude und eine Brücke eingestürzt. - X/OSINTdefender

    In Bangkok brach der Rohbau eines mehr als 30 Stockwerke hohen Gebäudes nach den Erschütterungen in sich zusammen. Videos im Internet zeigten, wie Arbeiter vor dem einstürzenden Hochhaus davonliefen.

    Nach Medienberichten wurden 81 Arbeiter verschüttet, mindestens drei von ihnen starben.

    Das Deutsche Geoforschungsinstitut (GFZ) in Potsdam meldete ein Erdbeben der Stärke 7,8 in Thailands Nachbarland Myanmar in einer Tiefe von circa 20 Kilometern.

    Die US-Erdbebenwarte USGS verzeichnete ein Beben der Stärke 7,7 in zehn Kilometer Tiefe. Die Erde habe teils minutenlang gezittert, hiess es.

    Zudem registrierten die US-Forscher ein paar Minuten später etwas südlich ein weiteres Erbeben mit einer Stärke von 6,4.

    Das stärkere Beben ereignete sich etwa 50 Kilometer östlich von Monywa im Zentrum Myanmars.

    In dem östlich davon gelegenen Mandalay, der mit 1,6 Millionen Einwohnern zweitgrössten Stadt des Landes, kamen zehn Menschen beim Einsturz einer Moschee ums Leben.

    In Taungoo brach ein Kloster ein, in dem Vertriebene untergebracht waren. In Sagaing brach eine alte Brücke ein.

    Thailand ruft Notstand aus

    In Bangkok bebte minutenlang die Erde, Menschen verliessen in Panik ihre Häuser. Auch noch Stunden nach dem Beben waren Sirenen zu hören.

    Im Stadtteil Silom im Zentrum der Hauptstadt waren Tausende Menschen auf der Strasse, viele rannten. Sofort waren auch Helfer im Einsatz, die die Menschen anleiteten, sich unter freien Himmel zu begeben und die Gebäude zu verlassen.

    Erdbeben Bangkok
    Menschen, die nach dem Erdbeben in Bangkok aus Gebäuden evakuiert wurden. - keystone

    Aus den Krankenhäusern wurden Patienten auf die Strassen gebracht. In vielen Wohnanlagen liess das Beben die Schwimmbecken überschwappen.

    Auch in Bangkok wurde von den Behörden der Notstand ausgerufen.

    Schäden und Verletzte in China

    In China war das Beben auch in der an Myanmar angrenzenden Provinz Yunnan in Südwestchina deutlich zu spüren, wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete.

    Der Katastrophenschutz in der Stadt Ruili sprach von Schäden an Häusern und Verletzen, wie chinesische Medien unter Berufung auf die Behörde berichteten.

    Auch in den chinesischen Provinzen Guizhou und Guangxi waren die Erdstösse zu spüren.

    Aus Vietnam, wo etwa in der Hauptstadt Hanoi die Erde bebte, wurden zunächst keine Schäden bekannt.

    Angst vor Nachbeben

    In den betroffenen Ländern herrschte Angst vor möglichen Nachbeben. Mit solchen sei zu rechnen, sagte der Geophysiker Oliver Heidbach vom Deutschen Geoforschungsinstitut (GFZ) in Potsdam der Deutschen Presse-Agentur.

    «Das ist von grosser Bedeutung, weil dann die seismischen Wellen, die durch starke Nachbeben erzeugt werden, schon auf vorgeschädigte Gebäude treffen.» Rettungsarbeiten könnten dadurch erschwert oder sehr gefährlich werden.

    Zahlreiche Schweizer in Thailand

    Gemäss Informationen des EDA sind 13’372 Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer in Thailand registriert. Für Myanmar haben sich 57 Personen im Auslandschweizerregister eingetragen.

    Zudem seien in Thailand 470 und in Myanmar zwei Schweizer Staatsangehörige auf der Travel Admin App registriert.

    Das EDA hat zurzeit noch keine Informationen über betroffene Schweizer Staatsangehörige. Entsprechende Abklärungen seien im Gang.

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    Kommentare

    User #4238 (nicht angemeldet)

    144 Tote?? Wer hat das geschrieben? Bitte sofort entlassen, Grund: mangelndes Einfuehlungsvermoegen!!

    User #4238 (nicht angemeldet)

    Der Grund fuer den Einsturz des sich im Bau befindlichen Hochhauses: Korruption!!!

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