Mindestens 23 Tote nach mutmasslichen Terroranschlägen in Nigeria
Bei drei fast zeitgleichen Explosionen in der nigerianischen Stadt Maiduguri sind der Polizei zufolge mindestens 23 Menschen getötet worden.

Mehr als 100 weitere Einwohner seien verletzt worden, als die Sprengkörper am Montagabend an belebten Orten in der nordöstlichen Regionalhauptstadt des Bundesstaates Borno explodierten, sagte Polizeisprecher Nahum Kenneth Daso. Es habe sich dabei vermutlich um Selbstmordattentate gehandelt, so Daso.
Ein Marktplatz, das Lehrkrankenhaus der Universität in Maiduguri sowie eine vielbefahrene Überführung in der Stadtmitte seien Ziel der Anschläge gewesen, sagte der Polizeisprecher. Am Dienstagmorgen hatte noch keine Gruppe die Tat für sich reklamiert.
In Borno ist seit mehr als 15 Jahren die Terrormiliz Boko Haram aktiv und führt in der Region regelmässig Anschläge aus. Die Stadt Maiduguri gilt als die Hochburg der Gruppe. Auch der mit der Terrormiliz Islamischer Staat verbundene Ableger IS Westafrika (ISWAP) kämpft im Nordosten Nigerias gegen den Staat.
Die Dschihadisten fordern eine extreme Auslegung des Islams in Afrikas bevölkerungsreichstem Land mit rund 220 Millionen Einwohnern, das etwa zur Hälfte von Muslimen und Christen bewohnt wird. Nach Angaben von Hilfsorganisationen wurden seit 2009 mehr als 40.000 Menschen getötet und rund zwei Millionen vertrieben.










