Militärputsch in Burkina Faso – Präsident Damiba abgesetzt

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    Burkina Faso,

    Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr kam es in Burkina Faso zu einem Putsch. Die Verfassung ist ausser Kraft, der Präsident und das Parlament abgesetzt.

    Nur wenige Menschen wagen sich am Freitag auf die normalerweise belebten Strassen von Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou. Foto: Sophie Garcia/AP/dpa
    Nur wenige Menschen wagen sich am Freitag auf die normalerweise belebten Strassen von Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou. Foto: Sophie Garcia/AP/dpa - sda - Keystone/AP/Sophie Garcia

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Burkina Faso hat das Militär wieder geputscht.
    • Der Präsident und das Übergangsparlament wurden abgesetzt.
    • In der Nacht waren in der Hauptstadt Ouagadougou waren Schüsse zu hören.

    Im westafrikanischen Burkina Faso hat das Militär acht Monate nach dem letzten Staatsstreich erneut geputscht. Der bisherige Präsident, Oberstleutnant Paul-Henri Sandaogo Damiba, sei seiner Funktionen enthoben worden, hiess es laut lokaler Medienberichte in einer Fernsehansprache der neuen Machthaber im staatlichen Fernsehen RTB am Freitagabend. An der Spitze Burkina Fasos stehe nun Hauptmann Ibrahima Traoré von den burkinischen Streitkräften, hiess es weiter.

    Das Übergangsparlament ist den Angaben zufolge aufgelöst und die Verfassung ausgesetzt worden. Die Grenzen Burkinas wurden demnach vorerst geschlossen. Die neuen Machthaber verhängten eine Ausgangssperre bis 5.00 Uhr.

    Burkina Faso
    Ein Sprecher des Putschs verkündet die Absetzung von Präsident Damiba. - Keystone

    Der bisherige Präsident Denimba hatte bis zum Abend noch mitteilen lassen, Verhandlungen mit seinen «Waffenbrüdern» zu führen. Zugleich rief er die Bevölkerung zu Ruhe und Besonnenheit auf.

    Seit dem frühen Morgen waren in der burkinischen Hauptstadt Ouagadougou Soldaten an zentralen Orten auf Posten gegangen. Ausserdem versperrten sie den Zugang zum Präsidentenpalast. In der Nacht zum Freitag waren Schüsse in der Hauptstadt zu hören.

    Sicherheitslage in Burkina Faso verschlechert

    Das Militär regiert in Burkina Faso bereits seit einem Putsch im Januar. Nach eigenen Angaben wollten die Soldaten für mehr Sicherheit sorgen. In jüngster Zeit hat sich die Sicherheitslage jedoch verschlechtert, was den Druck auf die Übergangsregierung von Oberstleutnant Damiba verstärkte.

    Im Grenzgebiet zu Mali und Niger, also im Norden Burkina Fasos, hatte es im September zwei schwere Anschläge auf Versorgungskonvois gegeben. Dutzende Soldaten und Zivilisten wurden getötet.

    Die politische und humanitäre Lage in dem Sahelstaat mit rund 21 Millionen Einwohnern ist seit Jahren instabil. Bewaffnete Gruppen, von denen einige der Terrorgruppe Islamischer Staat oder dem Terrornetzwerk Al-Kaida angehören, sind dort sowie in den Nachbarstaaten Mali und Niger aktiv. Auch lang anhaltende Dürren und Hungerkrisen machen dem trotz reicher Goldvorkommen verarmten Land zu schaffen.

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