Menschenrechtler: Tunesiens Präsident geht hart gegen Kritiker vor

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Tunisien,

    Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat die Festanhme mehrerer Oppositioneller in Tunesien scharf kritisiert. «Präsident Saied geht nun mit äusserster Hingabe gegen seine Kritiker vor», sagte Salsabil Chellali, zuständig für das nordafrikanische Land bei der Organisation, am Freitag. Der Präsident liefere aber keine stichhaltigen Beweise für die Anschuldigungen, die gegen die Betroffenen erhoben werden.

    Tunesien
    Kais Saied, Präsident von Tunesien, will durch eine antidemokratische Verfassungsänderung seine Macht stärken. - Keystone

    «Präsident Saied geht nun mit äusserster Hingabe gegen seine Kritiker vor», sagte Salsabil Chellali, zuständig für das nordafrikanische Land bei der Organisation, am Freitag. Der Präsident liefere aber keine stichhaltigen Beweise für die Anschuldigungen, die gegen die Betroffenen erhoben werden.

    HRW zufolge wurden in den vergangenen zwei Wochen elf Regierungskritiker, darunter Politiker, Richter und ein Journalist, festgenommen.

    Ihnen werden etwa Korruption und «Verschwörung gegen die Staatssicherheit» vorgeworfen. Am Freitag sei ein weiterer Oppositionspolitiker festgenommen worden, meldeten lokale Medien.

    «Die Botschaft dieser Festnahmen ist, dass, wenn du dich traust, deine Meinung zu sagen, der Präsident dich festnehmen und öffentlich verurteilen lassen kann», sagte Chellali weiter.

    Kais Saied sichert sich immer mehr Macht im Land zu. Er löste dafür auch das Parlament auf und liess eine neue, deutlich geschwächte Volksvertretung wählen. Der Staatschef führte ausserdem eine umstrittene neue Verfassung ein, dank der er auch eigenmächtig Richter ernennen und entlassen darf.

    Sicherheitskräfte gehen auf Geheiss des Präsidenten derzeit auch hart gegen Migranten vor. Bereits Hunderte Menschen ohne legalen Status wurden in diesem Monat festgenommen. Vor einigen Tagen hatte Saied in einer Rede zudem Migranten aus südlich der Sahara gelegenen afrikanischen Ländern vorgeworfen, Gewalt und Kriminalität ins Land zu bringen. Es gebe eine «kriminelle Vereinbarung», Tunesiens demografische Zusammensetzung ändern zu wollen.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    rosenwasser
    428 Interaktionen
    «Wollten Rosenwasser»
    leu
    594 Interaktionen
    «Schämt euch»

    MEHR IN NEWS

    2 Interaktionen
    Anchorage
    BUlle FR
    1 Interaktionen
    Sofia
    stromausfall
    20 Interaktionen
    In Brugg AG

    MEHR AUS TUNISIEN

    Nicht überall startet die Reise entspannt: Ein aktuelles Ranking von Airhelp bewertet Flughäfen weltweit nach Pünktlichkeit, Fluggasterlebnis sowie Einrichtungen und Komfort.
    2 Interaktionen
    Ranking
    Regen
    2 Interaktionen
    Tunis