Bei einem Angriff kamen in nigerianischen Dörfern über 40 Menschen ums Leben. Es soll sich um Vergeltung gehandelt haben.
Angriff Nigeria
Polizisten in Nigeria. (Archivbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In Nigeria sind bei einem Angriff über 40 Menschen gestorben.
  • Es kommt häufig zu Spannungen zwischen Nomaden und Bauern.
  • Auch die Religion spielt dabei oft eine Rolle.

Im Norden Nigerias sind bei Angriffen auf Dörfer binnen zwei Tagen mehr als 40 Menschen getötet worden. Am Montag brachten unbekannte Angreifer in einem mehrheitlich muslimischen Dorf im Bundesstaat Kaduna acht Menschen um und verletzten sechs weitere. Dabei habe es sich um Vergeltung für einen Angriff mit mindestens 34 Toten, darunter vor allem Christen, am Sonntag gehandelt, sagte der Innenminister von Kaduna, Samuel Aruwan.

Obwohl sich zunächst niemand zu dem Überfall am Sonntag bekannte, entsprachen die Umstände denen früherer Angriffe von Angehörigen der muslimischen Gruppe der Fulani in der Region.

Häufige Spannungen zwischen Muslimen und Christen

In bevölkerungsreichsten Land Afrikas kommt es immer wieder zu Kämpfen zwischen sesshaften Bauern und Nomadengruppen. In Folge des Klimawandels gibt es im ohnehin trockenen Norden Nigerias immer weniger Weiden, auf denen die Tiere der nomadischen Stämme grasen können. Sie ziehen daher vermehrt gen Süden und kommen mit den Bauerngemeinden in Konflikt. Die Spannungen nehmen oft ethnische und religiöse Züge an. Die nomadischen Viehhirten sind primär Muslime vom Volk der Fulani, Bauerngemeinden hauptsächlich Christen.

Die Spannungen zwischen Christen und Muslimen in dem Bundesstaat verschärften sich zuletzt auch aufgrund von Befürchtungen, dass die islamistische Terrormiliz Boko Haram dort Fuss fassen will. Die dschihadistische Gruppe, die Tausende umgebracht und Hunderte Kinder entführt hat, war bislang vor allem im Nordosten Nigerias aktiv.

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