Marmelade auf dem Deich - Wie Orte das Wattenmeer feiern

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Bern,

Frühstücken an der Wildnis von Weltrang: An mehr als 30 Orten in Deutschland, Dänemark und den Niederlanden soll am kommenden Wochenende der Geburtstag des Unesco-Weltnaturerbes Wattenmeer mit einem grenzüberschreitenden Deichfrühstück gefeiert werden.

Mehr als 30 Küstenorte in Deutschland, Dänemark und den Niederlanden laden Interessierte zu einem besonderen Start in den Tag. (Archivbild)
Mehr als 30 Küstenorte in Deutschland, Dänemark und den Niederlanden laden Interessierte zu einem besonderen Start in den Tag. (Archivbild) - Keystone/DPA/DANIEL BOCKWOLDT

Insgesamt 39 Küstenorte und ihre Tourismusorganisationen laden dafür zeitgleich am 27. Juni zu gedeckten Frühstückstafeln an den Deichen, wie die Tourismus-Agentur Nordsee (Tano) in Wilhelmshaven mitteilte.

Die Frühstücke mit regionalen Produkten werden demnach von örtlichen Tourismusorganisationen zusammen mit gastronomischen Betrieben an den einzelnen Orten organisiert. Danach können die Frühstücksgäste an Exkursionen oder Führungen im Wattenmeer teilnehmen.

Formate wie das Frühstück am Deich verbinden Genuss mit Umweltbildung, sagte Frank Ketter, Geschäftsführer der Nordsee-Tourismus-Service GmbH in Husum in Schleswig-Holstein. «Sie stärken das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Küste und machen den Wadden Sea Day für Gäste wie Einheimische gleichermassen erlebbar.»

Die Resonanz ist nach Angaben der Veranstalter gross. In Niedersachsen ist ein Grossteil der Tickets für die Deichfrühstücke bereits verkauft. Es gibt nur noch wenige freie Plätze, wie die Tano mitteilte. Auch in Schleswig-Holstein wird das Frühstück gut angenommen. Auf Sylt ist es bereits ausverkauft. Pro Frühstückstafel gibt es maximal 50 Plätze – eine Teilnahme ist nur nach Anmeldung möglich.

Mit den Deichfrühstücken entlang der gesamten Nordseeküste wollen die Küstenorte ein gemeinsames Zeichen für den Schutz und die Bedeutung des Wattenmeers setzen – vor 17 Jahren, am 26. Juni 2009, wurden grosse Teile des deutschen und niederländischen Wattenmeers als das Unesco-Weltnaturerbe ausgezeichnet. Später kam das dänische Wattenmeer hinzu. Der Naturraum steht damit auf einer Stufe mit dem Great Barrier Reef und dem Grand Canyon.

Mit der Aktion wollen die Anrainer auch die enge Zusammenarbeit im gesamten Wattenmeerraum unterstreichen. Während die Deichfrühstücke in Deutschland eine Premiere sind, gibt es die Aktion laut Tano in den Niederlanden bereits zum dritten Mal.

Entlang der schleswig-holsteinischen Nordseeküste wird an zehn Standorten ein Frühstück am Deich angeboten – darunter Friedrichskoog, Tönning und Westerhever auf der Halbinsel Eiderstedt sowie die Inseln Sylt, Föhr und Amrum, die Hallig Hooge und Helgoland sowie die Hattstedtermarsch. Sollte das Wetter schlecht sein, gibt es laut Nordsee-Tourismus-Service an jedem Standort eine Indooralternative.

In Niedersachsen und Bremerhaven beteiligen sich nach Angaben der Tano insgesamt 17 Orte. Darunter sind die Krummhörn in Ostfriesland, die Inseln Norderney, Baltrum und Langeoog sowie weitere Orte vom Wangerland in Friesland bis Cuxhaven.

Beim Schutz des Wattenmeeres arbeiten Dänemark, Deutschland und die Niederlande schon seit 1978 zusammen. Doch zuletzt drohte der Titel Weltnaturerbe in Gefahr zu geraten. Rohstoffe wie Öl, Erdgas und Salz am Rande des Gebiets oder sogar innerhalb des Wattenmeeres zu fördern, sei nicht mit dem Welterbestatus vereinbar, mahnte die Welterbe-Kommission der Unesco zuletzt wiederholt an.

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