Im Libanon haben zahlreiche Menschen gegen die Wirtschaftskrise demonstriert. Mit Streiks legten sie den Verkehr in grossen Teilen des Landes lahm.
Protest im Libanon
Regierungskritische Demonstranten stossen am 12. Januar vor der libanesischen Zentralbank mit der Polizisten zusammen, nachdem sie gegen die Abwertung der libanesischen Währung und die sich verschlechternde Wirtschaftslage protestierten. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Wegen der Wirtschaftskrise haben zahlreiche Menschen im Libanon gestreikt.
  • In weiten Landesteilen kam deshalb der Verkehr zum Erliegen.
  • Armee und Polizei gingen gegen die Demonstranten vor.

Im Libanon haben landesweit Menschen gegen die schwere Wirtschaftskrise gestreikt. Strassenkreuzungen wurden von Bussen blockiert, der Verkehr kam in weiten Landesteilen zum Erliegen. «Wir leben in der Hölle und sterben langsam», klagte ein Taxifahrer im Gespräch mit der Nachrichtenagentur DPA in Beirut.

Gewerkschaften der Verkehrsbetriebe hatten zu den Protesten aufgerufen. Geschäfte und Banken blieben geschlossen. Die Armee war im Einsatz, um die Strassenblockaden aufzulösen.

Drei Viertel aller Einwohner unter Armutsgrenze

Bereits am Mittwochabend hatten Regierungsgegner vor der Zentralbank in Beirut demonstriert und Mülltonnen angezündet. Die Polizei trieb die Demonstranten mit Tränengas auseinander.

Das Land am Mittelmeer steckt in der schlimmsten Wirtschaftskrise seiner Geschichte. Drei Viertel aller Einwohner leben mittlerweile unter der Armutsgrenze. Wegen Treibstoffmangels haben viele Haushalte kaum noch Strom und im Land fehlt es an lebenswichtigen Medikamenten.

Seit der Explosionskatastrophe im Hafen von Beirut im August 2020 ist die Regierung weitestgehend gelähmt. Viele Libanesen werfen der politischen Elite Korruption vor.

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