Karfreitag

    Karfreitag auf den Philippinen: Kreuzigungen und Selbstkasteiungen

    Keystone-SDA
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    Philippinen,

    Erstmals seit der Corona-Pandemie haben auf den Philippinen am Karfreitag wieder reuzigungen und andere Selbstkasteiungen stattgefunden.

    Philippinen
    Katholische Büsser tragen am Gründonnerstag Holzkreuze durch die Strassen in der Provinz Bulacan, nördlich von Manila, Philippinen, 06. April 2023. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Dutzende von barfüssigen und vermummten Männern schlugen sich mit Peitschen.
    • Tausende nahmen an Prozessionen und Messen in überfüllten Kirchen teil.

    Auf den Philippinen haben am Karfreitag erstmals seit der Corona-Pandemie wieder Kreuzigungen und andere Selbstkasteiungen stattgefunden, mit denen Gläubige an das Leiden und den Tod Christi erinnern wollen. Dutzende von barfüssigen und vermummten Männern schlugen sich mit Peitschen, an denen Bambusstöcke angebracht waren, auf den Rücken, bis dieser blutig war. Tausende nahmen an Prozessionen und Messen in überfüllten Kirchen teil. Die Karfreitagsrituale sind traditionell der Höhepunkt der Feierlichkeiten der Osterwoche in dem überwiegend katholischen Land.

    Tausende Schaulustige waren angereist, um mitzuerleben, wie sich die Teilnehmer an Kreuze nageln liessen. Hauptort der Selbstkreuzigungen war das Dorf San Pedro Cutud in der Provinz Pampanga, etwa 60 Kilometer nördlich der Hauptstadt Manila.

    37 Kilogramm schweres Holzkreuz

    Die Hauptrolle der Passionsspiele übernahm der 62-jährige Ruben Enaje, Grossvater von sieben Enkeln. Er trug ein 37 Kilogramm schweres Holzkreuz fast zwei Kilometer zu einem Hügel, auf dem die Kreuzigungen stattfanden. «Wir sind alle froh, dass wir unsere Tradition wieder aufnehmen können», sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

    Die Praxis, mit der die Teilnehmer Busse tun wollen, sei sehr wichtig, «um unseren starken Glauben zu zeigen, und dieses Jahr sollten wir besonders dankbar sein, weil wir seit der Pandemie so viele Schwierigkeiten überstanden haben», betonte er. Er fügte hinzu, er bete nicht nur für seine Familie, sondern auch für ein Ende des russischen Angriffskrieges in der Ukraine. «Es bricht mir das Herz, weinende Kinder in der Ukraine zu sehen», sagte er. «Niemand wird in diesem Krieg gewinnen, alle werden verlieren.»

    Die katholische Kirche ermutigt nicht zu solch extremen Glaubensakten, tut aber auf den Philippinen wenig, um die Praxis zu stoppen. «Wir haben akzeptiert, dass manche Menschen mit unseren Traditionen nicht einverstanden sind», sagte Enaje. «Bitte respektieren Sie einfach, was wir tun.»

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