Die israelische Armee führt ihren Einsatz im Gazastreifen trotz internationaler Kritik weiter.
Rafah
Rafah liegt in Trümmern. Die Vereinigten Staaten warnen davor, dass eine Offensive zu einer Zunahme der zivilen Opfer führen würde. (Archivbild) - Abed Rahim Khatib/dpa

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben ihren umstrittenen Einsatz im Osten der Stadt Rafah im südlichen Gazastreifen fortgesetzt. Die Einsatzkräfte seien dabei, von Terroristen genutzte Infrastruktur zu zerstören und das Gebiet zu sichern. Dies teilte die Armee am Freitag mit.

Zudem seien Dutzende Terroristen getötet sowie Tunnelschächte und Waffen entdeckt worden. Unabhängig waren die Angaben zunächst nicht zu überprüfen. Die israelischen Streitkräfte waren in der Nacht zum Dienstag mit Bodentruppen in die östlichen Aussenbezirke von Rafah vorgerückt. Nach UN-Angaben vom Freitag flohen seitdem 110'000 Menschen aus der mit Flüchtlingen überfüllten Stadt an der Grenze zu Ägypten.

Befürchtungen einer Grossoffensive

Das militärische Vorgehen nährt Befürchtungen, dass dies der Beginn einer Grossoffensive auf die Stadt sein könnte, in der sich mehr als eine Million Binnenflüchtlinge aufhalten sollen. Die USA, Israels wichtigster Verbündeter, warnen das Land eindringlich vor einem derartigen Schritt. US-Präsident Joe Biden drohte sogar mit der Beschränkung von Waffenlieferungen.

Auch Deutschland sieht eine mögliche Grossoffensive Israels in Rafah kritisch. Die israelische Führung will nach eigenen Angaben wiederum in Rafah die letzten dort vermuteten Bataillone der islamistischen Hamas zerschlagen. Auslöser des Gaza-Kriegs war das beispiellose Massaker mit mehr als 1200 Toten, das Terroristen der Hamas und anderer Gruppen am 7. Oktober in Israel verübt hatten.

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