Iran verweigert IAEA Zugang zu Nuklear-Werkstatt

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    Österreich,

    Der Iran blockiert entgegen jüngster Zusagen die vollständige Überwachung seines Atomprogrammes. Das Land selber weist die Vorwürfe zurück.

    Die Internationale Atomenergiebehörde hat das Iranische Atomabkommen von 2015 verteidigt.
    Die Internationale Atomenergiebehörde hat das Iranische Atomabkommen von 2015 verteidigt. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Iran will sein Atomprogramm nicht überwachen lassen.
    • Dies teilte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde am Sonntag mit.
    • Der Iran wies die Vorwürfe am Montag zurück.

    Der Iran blockiert entgegen jüngster Zusagen die vollständige Überwachung seines Atomprogrammes. Das meldete der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, am Sonntag in Wien in einem Sonderbericht. Laut einem IAEA-Sprecher verweigert der Iran IAEA-Inspektoren Zugang zu einer Werkstatt, in der Teile für Zentrifugen zur Uran-Anreicherung hergestellt werden.

    Werkstatt wurde versiegelt

    Der Iran wies die Vorwürfe am Montag zurück. «Der Bericht ist fehlerhaft und nicht im Einklang mit der Einigung» Mitte September, twitterte der IAEA-Botschafter Kasem Gharibabadi. Bei dem im Bericht erwähnten Ort handele es sich um die Werkstatt Tessa in Karadsch westlich der Hauptstadt Teheran.

    Atomabkommen
    Bei der Schweizer Bundesanwaltschaft ist eine Strafanzeige gegen den stellvertretenden iranischen Aussenminister Kazem Gharibabadi eingegangen. - Keystone

    Die Werkstatt sei wegen einer Sabotageaktion versiegelt worden und bleibe bis zum Ende der Untersuchungen geschlossen. Daher habe es bei den Verhandlungen in Teheran auch keine Zusage für eine Wartung der IAEA-Kameras gegeben. Dies erklärte der Botschafter.

    Der Ausbau der iranischen Anreicherungsanlagen mit immer leistungsfähigeren Zentrifugen bereitet der IAEA und der internationalen Gemeinschaft Sorgen. Das verarbeitete Uran hat einen so hohen Reinheitsgrad, dass es relativ schnell zu waffenfähigem Material weiterverarbeitet werden könnte.

    Missglückter Sabotageakt

    Grossi hatte am 12. September eine Einigung mit Teheran erzielt, wonach die IAEA wieder ihre Überwachungsgeräte warten und Speichermedien austauschen darf. Damit soll die lückenlose Kontrolle des umstrittenen Atomprogrammes gewährleistet werden.

    Laut Grossis Bericht wurde die Übereinkunft überall ausser in der Zentrifugen-Werkstatt in Karadsch umgesetzt. Im Juni war es dort zu einem Zwischenfall gekommen, bei dem auch IAEA-Kameras schwer beschädigt worden. Iranische Medien sprachen damals von einem missglückten Sabotageakt.

    IAEA
    Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA widerspricht Israel bezüglich der Anschuldigungen an Iran. - Keystone

    Als Reaktion auf den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen ignoriert der Iran seit 2019 die vereinbarten nuklearen Beschränkungen. Diese sollen die Entwicklung von Atomwaffen erschweren. Die Verhandlungen zur Rettung des Paktes, an denen auch Deutschland beteiligt sind, sind seit Juni unterbrochen.

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