Iran: Trump kündigt Überprüfung eines Iran-Plans an

Bewegung im Iran-Krieg: Teheran legt einen 14-Punkte-Plan zur Beendigung der Kämpfe vor. Trump will den Vorschlag prüfen, dämpft aber sofort die Hoffnungen.

Trump wollte Russlands Wirtschaft schwächen, damit Putin das Geld für den Ukraine-Krieg ausgeht. Er verhängte Zölle gegen Indien, weil das Land Öl von den Russen bezog. Jetzt sieht...
Trump wollte Russlands Wirtschaft schwächen, damit Putin das Geld für den Ukraine-Krieg ausgeht. Er verhängte Zölle gegen Indien, weil das Land Öl von den Russen bezog. Jetzt sieht... - Keystone/AP/ALEX BRANDON

Das Wichtigste in Kürze

  • Iran legt 14-Punkte-Plan zur Kriegsbeendigung vor – über einen pakistanischen Vermittler.
  • Trump prüft den Vorschlag, kündigt aber gleichzeitig neue Angriffe als Option an.
  • USA bewilligen Waffenlieferungen im Wert von 25 Milliarden an Verbündete in der Regionl.

Seit Wochen liefern sich Washington und Teheran ein zähes diplomatisches Tauziehen. Jetzt kommt überraschend Bewegung in die festgefahrene Lage: Der Iran hat über pakistanische Vermittler einen 14-Punkte-Plan eingereicht. Darin fordert Teheran ein Kriegsende an allen Fronten, einschliesslich des Libanons, wo eine brüchige Waffenruhe zwischen Hisbollah und Israel gilt.

Die Forderungsliste hat es in sich: Garantien gegen militärische Aggressionen, der Abzug von US-Truppen aus der Region, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte, die Aufhebung von Sanktionen sowie ein «neuer Mechanismus für die Strasse von Hormus». Die wichtige Meerenge ist seit Wochen für Handelsschiffe weitgehend blockiert.

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Trump kündigte zwar an, den Plan zu prüfen, hält ihn aber für kaum akzeptabel. Der Iran habe «noch keinen ausreichend hohen Preis» gezahlt, schrieb er auf Truth Social – und drohte mit neuen Angriffen.

Gleichzeitig bewilligte Aussenminister Marco Rubio per Notfallbeschluss milliardenschwere Waffenlieferungen an Israel, Bahrain, Katar, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate – im Wert von über 25 Milliarden Dollar.

Im Nau.ch-Ticker erfährst du alles rund um den Iran-Krieg.

Behörde: Angriff auf Schiff in Strasse von Hormus

18.22: In der Strasse von Hormus ist erneut ein Schiff angegriffen worden. Die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) teilte auf der Plattform X mit, der Kapitän eines nordwärts fahrenden Massengutfrachters habe einen Angriff mehrerer kleiner Boote gemeldet.

Zu dem Vorfall kam es demnach elf Seemeilen westlich der iranischen Stadt Sirik. Alle Besatzungsmitglieder seien wohlauf, und es seien keine Auswirkungen auf die Umwelt gemeldet worden, hiess es weiter. Zunächst reklamierte niemand den Angriff für sich.

Nadelöhr des weltweiten Handels: die Strasse von Hormus.
Nadelöhr des weltweiten Handels: die Strasse von Hormus. - Keystone/AP NY/BILL FOLEY

Seit Beginn des Iran-Kriegs ist es in der Strasse von Hormus wiederholt zu derartigen Vorfällen gekommen. Der von den USA und Israel angegriffene Iran hat mit Attacken und Drohungen die Schifffahrt durch die wichtige Meerenge weitestgehend zum Erliegen gebracht.

Die USA haben ihrerseits eine Seeblockade gegen den Iran verhängt. Sie haben so nach eigenen Angaben bislang 49 Schiffe gestoppt, wie das zuständige US-Regionalkommando Centcom auf X mitteilte.

Über 2600 Tote im Libanon seit Anfang März

17.31: Mindestens 2.679 Menschen wurden seit dem 2. März bei israelischen Angriffen auf den Libanon getötet, teilte das libanesische Gesundheitsministerium heute in einem Update mit.

Obwohl seit mehr als zwei Wochen ein Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah besteht, stieg die Zahl der Todesopfer weiter. Als der Waffenstillstand um Mitternacht des 17. April in Kraft trat, betrug die Zahl der durch israelischen Angriffe auf das Land getöteten Personen laut dem libanesischen Gesundheitsministerium 2.294.

Mindestens 385 Menschen sollen seitdem durch israelische Angriffe getötet worden sein, so die Zahlen des Gesundheitsministeriums.

Weitere Hinrichtung im Iran – Jahre nach Frauenprotesten

12.35: Im Iran ist erstmals nach Jahren wieder ein Todesurteil im Zusammenhang mit der Frauenbewegung im Herbst 2022 vollstreckt worden. Dem Mann Mehrab Abdollahsadeh wurde zur Last gelegt, bei den damaligen Protesten in der nordwestlichen Stadt Urmia eine Sicherheitskraft getötet zu haben, wie iranische Staatsmedien berichteten. Die Hinrichtung sei am Sonntagmorgen erfolgt.

Iran Human Rights warf der iranischen Justiz vor, den Mann 42 Tage lang psychischer und physischer Folter ausgesetzt zu haben, um ein Geständnis zu erzwingen. Vor Gericht soll Abdollahsadeh die Vorwürfe dementiert haben. Menschenrechtler kritisieren die Verfahren seit Jahren als unfair und politisch motiviert.

Berichte: Plünderungen durch israelische Soldaten im Libanon

10.03: Die israelische Armee hat Schwierigkeiten, mutmassliche Plünderungen durch Soldaten im Südlibanon zu stoppen. Die israelische Zeitung «Jediot Achronot» zitierte einen namentlich nicht genannten Reservisten, der berichtete, er habe mehrere Fälle von Plünderungen im Libanon erlebt.

«Wir trafen an der Grenze viele Reserveeinheiten, sie nahmen einfach alles mit – Waffen, Souvenirs, Schmuck, Decken, Bilder», berichtete der Soldat. In einem anderen Fall habe er aber erlebt, wie ein israelischer Kommandeur Soldaten daran gehindert habe, Raubgut nach Israel mitzunehmen.

Auch die israelische Zeitung «Haaretz» berichtete, Soldaten hätten private Häuser und Geschäfte im Libanon geplündert, deren Einwohner oder Besitzer vor den Kämpfen geflohen seien. Bereits im Gaza-Krieg hatte es ähnliche Berichte gegeben.

Trump kündigt Überprüfung eines Iran-Plans an

04.15: US-Präsident Donald Trump kündigt an, einen vom Iran übermittelten Plan für ein Ende des Kriegs prüfen zu wollen. Allerdings könne er sich nicht vorstellen, dass dieser Plan akzeptabel sein werde, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Der Iran habe «noch keinen ausreichend hohen Preis für das gezahlt (...), was er der Menschheit und der Welt in den letzten 47 Jahren angetan hat», begründete er seine Prognose.

Am Freitag war bekannt geworden, dass der Iran nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna einen neuen Vorschlag an die Vermittler in Pakistan übergeben hatte. US-Präsident Donald Trump zeigte sich damit jedoch unzufrieden. Über Inhalte der neuen Initiative wurde zunächst nichts offiziell bekannt.

Trump will mehr als 5000 Soldaten aus Deutschland abziehen

02.48: Trump hat den Abzug von US-Soldaten aus Deutschland bekräftigt. «Wir werden (die Truppenstärke) stark reduzieren, und zwar um weit mehr als 5000», sagte er auf dem Flughafen in Palm Beach im US-Bundesstaat Florida auf eine entsprechende Reporterfrage.

usa deutschland
Die USA wollen in den nächsten sechs bis zwölf Monaten laut Trump mehr als 5000 Soldaten aus Deutschland abziehen. - keystone

Am Freitag hatte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth den Abzug von 5000 US-Soldaten aus Deutschland angeordnet. Er solle in den nächsten sechs bis zwölf Monaten abgeschlossen sein.

US-Regierung billigt Waffenexporte an Partner im Iran-Krieg

00.01: Das US-Aussenministerium hat milliardenschwere Waffenlieferungen an Bahrain, Israel, Kuwait, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate genehmigt.

Per Notfallbeschluss habe Aussenminister Marco Rubio acht Waffenlieferungen im Wert von über 25 Milliarden US-Dollar bewilligt, bestätigte ein Sprecher des Ministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Durch den erklärten Notfall bedarf es anders als üblich keiner Zustimmung des Kongresses.

Kommentare

User #4712 (nicht angemeldet)

Peinlich der Papst Besuch. Bringt dem Papst Fussball anstatt Baseball. So regiert Amerika.

User #9165 (nicht angemeldet)

das Kapitel epic fury ist abgeschlossen, jetzt kann der Krieg weitergehen, das nächste Kapitel folgt.

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