In Niger entführte Schweizer Geisel möglicherweise wieder frei
Zwei seit mehr als einem Jahr von Dschihadisten als Geiseln in Afrika festgehaltene Frauen aus der Schweiz und Österreich sind möglicherweise wieder frei. Am Freitag machten Meldungen über eine Freilassung die Runde; die Aussenministerien der beiden Länger geben sich noch zurückhaltend.

Das Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) habe Kenntnis von den Meldungen zur Freilassung der Schweizer Geisel, teilte ein Departementssprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Entsprechende Abklärungen seien im Gang. Sobald gesicherte Informationen vorliegen, werde das EDA wieder informieren.
Zur Freilassung der österreichischen Geisel gebe es ermutigende Informationen, teilte das Aussenministerium in Wien der Deutschen Presse-Agentur mit. Zuvor hatte der freie Journalist Walid Le Berbère auf X berichtet, dass die Österreicherin gemeinsam mit der Schweizerin freikomme.
«Der komplexe und sehr gefährliche Prozess der Freilassung und Übergabe ist jedoch noch nicht positiv abgeschlossen», stellte das Ministerium in Wien klar.
Die Österreicherin war im Januar 2025 aus ihrem Haus in der nigrischen Wüstenstadt Agadez verschleppt worden, die Schweizerin im April 2025 aus ihrem dortigen Zuhause. Sie war damals 67 Jahre alt. Beide Frauen hatten seit vielen Jahren in dem westafrikanischen Land gelebt und sich unter anderem in Bildungs- und Entwicklungsprojekten engagiert. Agadez liegt nordöstlich der Hauptstadt Niamey und galt trotz der Konflikte in der Region lange als sicher.
Sicherheitskreisen zufolge sollen Mittelsmänner die Frauen entführt und anschliessend im benachbarten Mali an Dschihadisten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der Sahelzone übergeben haben.
Aktuell noch unbestätigte Berichte, wonach beide Frauen für die Freilassung nach Libyen gebracht worden seien, seien glaubwürdig, hiess es aus dem Umfeld der Österreicherin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
Libyen spielte zuletzt bereits bei der Freilassung eines US-Piloten im August eine Rolle, der im Oktober 2025 in Niamey entführt und auch nach Mali verschleppt wurde. Medienberichten zufolge war das Umfeld des ostlibyschen Machthabers Khalifa Haftar an der Vermittlung beteiligt. Ebenfalls im August kam ein deutscher Goldhändler frei, der im Niger entführt worden war.
Das Dreiländereck der Sahel-Staaten Mali, Burkina Faso und Niger gilt wegen der Ausbreitung islamistischer Terrorgruppen als eine der gefährlichsten Regionen der Welt. Im Niger hat sich die Sicherheitslage zuletzt deutlich verschlechtert. Nach einem Militärputsch 2023 hat das Land die Zusammenarbeit mit westlichen Sicherheitspartnern weitgehend beendet.









