Hongkong

    Hongkong nach London: Passagiere fliegen 13 Stunden mit Leiche mit

    Riccardo Schmidlin
    Riccardo Schmidlin

    Hong Kong,

    Auf einem British Airways-Flug von Hongkong nach London starb eine Frau kurz nach dem Start. Die Crew brachte den Leichnam in die Bordküche.

    British Airways
    Auf einem Flug der British Airways ereignete sich ein Todesfall. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine Passagierin stirbt auf einem Flug von Hongkong nach London.
    • Die Crew bringt die Leiche in die Bordküche.
    • British Airways folgt damit den IATA-Regeln bei Todesfällen.

    Auf einem British Airways-Flug von Hongkong nach London ist am vergangenen Sonntag eine Frau verstorben.

    Der Todesfall ereignete sich nur eine Stunde nach dem Start. Das berichtete die britische Zeitung «Sun». Die Piloten entschieden sich trotz der verbleibenden 13 Flugstunden gegen eine Rückkehr zum Startflughafen.

    Bist du schon einmal mit British Airways geflogen?

    Die rund 60-jährige Passagierin verstarb während des Fluges BA32. Ihre Angehörigen an Bord zeigten sich nach Angaben einer Quelle völlig am Boden zerstört. Auch die Besatzung war sichtlich erschüttert über den Vorfall.

    Crew lehnt Toilette als Aufbewahrungsort ab

    Die Besatzung stand vor der schwierigen Frage, wo der Leichnam während des langen Fluges untergebracht werden sollte.

    Ein Vorschlag, die Verstorbene in einer Bordtoilette zu verwahren, wurde von der Crew abgelehnt. Stattdessen wickelte das Personal die Frau in nicht näher bezeichnete Materialien ein.

    Die Crew brachte den Körper schliesslich in die Bordküche im hinteren Flugzeugbereich. «Viele wollten nach Hongkong zurückkehren», zitiert die «Sun» eine Quelle. «Aber um es ganz deutlich zu sagen: Wenn ein Passagier bereits verstorben ist, wird das nicht als Notfall betrachtet.»

    Passagiere beklagen unangenehmen Geruch

    Kurz vor der Landung in London beschwerten sich mehrere Fluggäste über einen unangenehmen Geruch in der Kabine. Dieser soll vermutlich durch die Fussbodenheizung des Flugzeugs entstanden sein, wie es in dem Bericht heisst. Der Zusammenhang mit dem Todesfall bleibt unklar.

    British Airways bestätigte auf Nachfrage des «Stern» den Vorfall an Bord des Langstreckenfluges. Die Fluggesellschaft betonte, dass alle geltenden Vorschriften korrekt eingehalten wurden.

    Internationale Regeln definieren Vorgehen bei Todesfällen

    Die International Air Transport Association (IATA) hat klare Richtlinien für Todesfälle an Bord definiert. British Airways gehört dieser Vereinigung der Fluggesellschaften an. Die Vorschriften besagen, dass der Pilot sofort informiert werden muss.

    Der Leichnam soll laut IATA-Regeln entweder auf einen Sitz abseits anderer Passagiere gelegt werden.

    Alternativ kann die verstorbene Person «in einen anderen Bereich gebracht» werden. Wichtig ist dabei, dass «kein Gang oder Ausgang blockiert» wird, wie die Richtlinien festhalten.

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