Gericht in Bahrain verhängt lebenslange Haft für Oppositionelle
In Bahrain müssen Oppositionelle wegen Spionageverdachts eine lebenslange Haftstrafe antreten. Der Anführer der Wifak-Gesellschaft befindet sich auch darunter.

Das Wichtigste in Kürze
- Drei prominente Oppositionelle in Bahrain wurden zu lebenslanger Haft verurteilt.
- Sie waren Teil der schiitischen Wifak-Gesellschaft, die 2016 verboten wurde.
Das Kassationsgericht in Bahrain hat lebenslange Haftstrafen wegen Spionage gegen prominente Oppositionelle bestätigt. Unter den drei Beschuldigten ist auch der Anführer der verbotenen oppositionellen Wifak-Gesellschaft, Ali Salman.
Die anderen beiden Männer leben im Exil. Die Richter wiesen ihre Berufung heute Montag ab, wie die staatliche Nachrichtenagentur BNA berichtete. Damit bleibt das ursprüngliche Urteil aus dem November in Kraft.
Schiiten unter sunnitischer Führung
In Bahrain leben mehrheitlich Schiiten, dort herrscht jedoch ein sunnitisches Königshaus. Gegen Proteste im Zuge der arabischen Aufstände im Jahr 2011 ging die Führung des Landes gewaltsam vor. Sie hatte dabei Unterstützung von Saudi-Arabien.
Seit 2016 ist die Wifak-Gesellschaft verboten, viele ihrer führenden Vertreter leben im Ausland. Ali Salman muss wegen einer anderen Verurteilung bereits eine mehrjährige Haftstrafe absitzen.
Dorn im Auge
Ein Gericht in Bahrain hatte Salman und die beiden anderen Angeklagten im Juni zunächst freigesprochen. Ihnen wird vorgeworfen, Kontakte mit Katar geknüpft zu haben, um gegen die Regierung des Landes vorzugehen.
Katar wird seit mehr als einem Jahr von einer Reihe von Golfstaaten blockiert, darunter auch von Bahrain. Offiziell werfen die Länder Doha vor, Terroristen zu finanzieren. Beobachter gehen aber davon aus, dass die selbstständige und unangepasste Aussenpolitik Katars vor allem den Herrschern in Saudi-Arabien missfällt.












