Gazastreifen: 50'000 Schwangere inmitten des Chaos

Keystone-SDA
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Israel,

Im Gazastreifen kämpfen laut UN derzeit rund 50'000 schwangere Frauen ums Überleben.

Nuseirat
Palästinensische Frauen gehen in Nuseirat im Gazastreifen an Gebäuden vorbei, die bei israelischen Luftangriffen zerstört wurden. (Archivbild) - Hatem Moussa/AP/dpa

Im umkämpften Gazastreifen leben nach UN-Schätzungen gegenwärtig rund 50'000 Schwangere. Es gebe jeden Tag mehr als 180 Geburten, teilte das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA am Sonntag mit. «Ärzte und Hebammen unternehmen alles Mögliche, um sich in sieben (von 22) noch einsatzfähigen UNRWA-Gesundheitszentren um Wöchnerinnen und Hochrisiko-Schwangere zu kümmern», hiess es weiter.

Die Lage der Zivilbevölkerung im Gazastreifen ist vielerorts sehr schlimm. Menschen kampieren in provisorischen Zeltlagern oder im Freien, bei zunehmend schlechtem Wetter. Israel reagiert mit seinen Angriffen auf das Hamas-Massaker vom 7. Oktober mit mehr als 1200 Toten sowie die Verschleppung von mehr als 240 Menschen in den Gazastreifen.

Nach Angaben des UN-Nothilfebüros sind im Gazastreifen inzwischen mehr als 1,9 Millionen Menschen Binnenflüchtlinge, also etwa 85 Prozent der Bevölkerung. Viele davon haben in überfüllten UNRWA-Einrichtungen Schutz gesucht.

Das Gesundheitssystem steht vor dem Kollaps

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, schrieb: «Die Dezimierung des Gesundheitssystems in Gaza ist eine Tragödie.» Angesichts der ständigen Unsicherheit und der Ankunft neuer Verletzter setzten sich Ärzte, Krankenschwestern und Krankenwagenfahrer aber weiter dafür ein, Leben zu retten.

Der UNRWA-Generalkommissar Philippe Lazzarini forderte am Sonntag erneut eine humanitäre Feuerpause. Dies sei die einzige Möglichkeit, um Notleidende in dem blockierten Küstenstreifen zu erreichen, eine Freilassung der Geiseln zu erreichen sowie eine weitere Vertreibung und vor allem weiteren Verlust menschlichen Lebens zu verhindern. «Krieg widerspricht der Logik und Menschlichkeit und bereitet eine Zukunft von mehr Hass, weniger Frieden, vor.»

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