Extremist: Flydubai-Angreifer weigert sich, Frauen Hand zu geben

    Simon Binz
    Simon Binz, Simon Ulrich

    Israel,

    Der festgenommene Co-Pilot soll aus Oman stammen und streng religiös gelebt haben. Identität, Motiv und Absichten sind offiziell weiter unklar.

    Flydubai
    Flydubai brachte die beiden Piloten nach dem Zwischenfall im Cockpit zurück in die Vereinigten Arabischen Emirate. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Neue Details zum blutigen Zwischenfall auf einem Flydubai-Flug nach Tel Aviv sind bekannt.
    • Demnach hatte der zweite Pilot den Kapitän niedergestochen und einen Absturz versucht.
    • Israel spricht von einem versuchten Anschlag und feiert den ersten Piloten als «Held».

    Er wird im Cockpit niedergestochen, das Flugzeug sackt in die Tiefe. Doch Smit Machchhar gibt nicht auf. Der indische Kapitän wehrt sich und wird dafür nun als Held gefeiert. Doch alles der Reihe nach.

    Eine Flydubai-Maschine ist am Mittwoch von Dubai nach Tel Aviv unterwegs. An Bord sind 174 Menschen. Laut Israels Premier Benjamin Netanjahu sticht einer der zwei Piloten auf seinen Kollegen ein, als sich die Maschine am Morgen Israel nähert.

    Warst du schon einmal in Tel Aviv?

    Es wird demnach davon ausgegangen, dass der zweite Pilot versucht haben soll, die Maschine zum Absturz zu bringen. Laut Flugdaten verlor das Flugzeug innert weniger als zwei Minuten 17'400 Fuss, das sind rund 5300 Meter. Doch Kapitän Machchhar wehrte sich trotz seiner schweren Verletzung.

    Er habe die Cockpittür geöffnet, schrieb Netanjahu auf X. So konnten Passagiere und Crew den Angreifer überwältigen. Die Maschine wurde anschliessend nach Saudi-Arabien umgeleitet und landete in Tabuk. Der mutmassliche Angreifer wurde festgenommen.

    Religiöser Extremist aus dem Oman

    Nun werden zu diesem neue Details bekannt. Laut der britischen «Daily Mail» soll es sich um einen religiösen Extremisten aus dem Oman handeln. Israel untersucht demnach auch, wie der Mann überhaupt für den Flug nach Tel Aviv zugelassen werden konnte.

    Ein Pilot, der mit dem mutmasslichen Angreifer zusammengearbeitet haben soll, schilderte gegenüber einem israelischen Journalisten auffälliges Verhalten. Der Mann habe seine Religion besonders streng praktiziert, sehr häufig gebetet und sich geweigert, Frauen die Hand zu geben.

    Flydubai
    Smit Machchhar im Cockpit: Der Kapitän des Flydubai-Flugs nach Tel Aviv wird als Held gefeiert. - Screenshot/X

    Der Kollege blieb anonym. Seine Aussagen wurden vom israelischen Sender Channel 16 verbreitet und von der «Daily Mail» aufgegriffen. Unabhängig bestätigt sind diese Angaben bislang nicht.

    Besonders beschäftigt die israelischen Behörden offenbar die Frage, weshalb der mutmasslich omanische Pilot auf einem Flug nach Tel Aviv eingesetzt wurde.

    Oman unterhält keine diplomatischen Beziehungen zu Israel. Laut «Daily Mail» gelten für ausländische Besatzungsmitglieder auf Israel-Flügen zudem strenge Kontrollen.

    Die Identität, die Absichten und das Motiv des Festgenommenen sind weiterhin nicht offiziell bestätigt.

    Israel spricht allerdings von einem versuchten dschihadistischen Terroranschlag. Hinweise darauf, dass ein Staat oder eine Terrororganisation hinter dem Vorfall stehen könnte, gibt es bislang nicht.

    Netanjahu: «Wahrer Held»

    Netanjahu lobte Kapitän Machchhar auf X als «wahren Helden». Der Kapitän habe ausserordentlichen Mut bewiesen und das Leben der 174 Menschen an Bord gerettet.

    Auch mehrere Passagiere griffen offenbar ein. Einer von ihnen, Yaniv Hayun, schilderte später, wie er den mutmasslichen Angreifer aus dem Cockpit gezerrt habe.

    Cockpit
    Im Cockpit eines Flydubai-Fliegers ist es zu einer Auseinandersetzung zwischen den Piloten gekommen. - keystone

    Die indische Botschaft in Riad teilte mit, der Pilot werde in einem Spital in Tabuk behandelt. Er soll in stabilem Zustand sein.

    Die Passagiere landeten mit einem Ersatzflug von Flydubai sicher in Israel. Saudi-Arabien hatte zuvor eine israelische Anfrage abgelehnt, ein Militär- oder Zivilflugzeug zu schicken.

    Am Flughafen Ben Gurion wurden sie medizinisch untersucht. Ein 50-jähriger Passagier kam mit einer Verletzung am Oberkörper ins Spital. Sein Zustand ist laut Flughafenbehörde leicht.

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    Kommentare

    User #5117 (nicht angemeldet)

    Mir hat mal Jurist schlauen spruch gesagt "Vom Hören und sagen lernt man Lügen"--- Einzigste relevanz ist Logik und da kommen mir jenste unbeantwortete Fragen auf, Interesant dass die sonst nicht auf kommen---

    User #1344 (nicht angemeldet)

    Rechtsextremismus und Islamismus sind zwei unterschiedliche, sich aber oft gegenseitig verstärkende Formen des Extremismus, die auf feindlichen Ideologien und Schwarz-Weiß-Denken basieren. Beide Strömungen lehnen die liberale Demokratie, den Pluralismus und die universellen Menschenrechte ab. Sie arbeiten mit starren Wir-gegen-Die-Gegensatzpaaren und werten Gruppen ab (z. B. Fremdenfeindlichkeit oder Antisemitismus). Konflikte und Krisen werden oft apokalyptisch überhöht; Gewalt wird als legitimes Mittel zur Durchsetzung der eigenen Ziele oder zur Abwehr von Vernichtungsszenarien gesehen. Rechtsextreme nutzen islamistische Anschläge oder Zuwanderung, um Ängste zu schüren und Pauschalverurteilungen gegen alle Muslime zu rechtfertigen. Islamisten nutzen diese Muslimfeindlichkeit und Diskriminierung als Beleg dafür, dass der Westen „im Krieg gegen den Islam“ sei, um Anhänger zu rekrutieren. Beide Seiten ernähren sich somit von den Provokationen und dem Feindbild des jeweils anderen, wodurch eine gefährliche Eskalationsspirale entsteht.

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